Krankmeldungen auf Rekordhöhe: Atemwegserkrankungen und psychische Leiden als Hauptverursacher
Die aktuellen Zahlen der AOK zeichnen ein ernstzunehmendes Bild der gesundheitlichen Lage in Deutschland: Die krankheitsbedingten Ausfälle unter Beschäftigten bleiben auf hohem Niveau, insbesondere bedingt durch Atemwegserkrankungen. Diese erreichten ihren bisherigen Höhepunkt im Februar 2025, während sie sich seit April zwar leicht stabilisiert haben, jedoch immer noch über den Vergleichszahlen von 2024 liegen. Eine ähnlich hohe Gesamtbilanz der Krankheitsausfälle wird für dieses Jahr erwartet, wie bereits im Vorjahr verzeichnet wurde.
Neben Erkältungs- und Grippewellen, die seit September zunehmen, stellen auch psychische Erkrankungen einen signifikanten Faktor für Arbeitsausfälle dar. In den letzten zehn Jahren nahmen die Ausfalltage aufgrund psychischer Leiden um 43 Prozent zu, wobei diese mit durchschnittlich 28,5 Tagen pro Fall besonders lang ausfallen. Die umfassendere Erfassung dieser Zahlen wird durch die Einführung der elektronischen Krankmeldung begünstigt. Diese Neuerung führt zu einer genaueren Dokumentation der Fehlzeiten, während frühere Krankmeldungen teilweise nicht alle an die Versicherung weitergeleitet wurden.
Die AOK hält fest, dass die telefonische Krankmeldung nicht maßgeblich zum Anstieg der Fälle beigetragen hat. Mit einem Anteil von nur 1,5 Prozent bei Atemwegserkrankungen ist der Einfluss dieser Meldeoption als marginal einzustufen. Helmut Schröder vom Wissenschaftlichen Institut der AOK bestätigt, dass diese geringe Quote den signifikanten Anstieg der Arbeitsunfähigkeitsfälle nicht plausibel erklären kann.

