Krankheitsstand auf hohem Niveau: Neue Lösungsansätze im Gespräch
Eine jüngste Analyse der DAK-Gesundheit zeigt, dass der Krankenstand in der Arbeitswelt weiterhin auf einem beträchtlichen Niveau verharrt. Im vergangenen Jahr fielen Beschäftigte durchschnittlich 19,5 Tage wegen Krankheit aus, was fast den 19,7 Tagen von 2024 entspricht. Besonders Atemwegserkrankungen, psychische Leiden und Muskelskelett-Probleme wie Rückenschmerzen trugen maßgeblich zu den Arbeitsunfähigkeiten bei. Andreas Storm, der Vorstandsvorsitzende der DAK, verdeutlichte die Notwendigkeit einer tiefgehenden Ursachenforschung, um dem stabil hohen Krankenstand zu begegnen.
Angesichts der aktuellen Diskussion unter Federführung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) plädiert Storm für einen Gipfel im Kanzleramt. Ziel ist es, Arbeitgeber, Gewerkschaften, Ärzte und Krankenkassen zusammenzubringen, um innovative Lösungswege zu entwickeln. Besonderes Augenmerk legte Storm auf die Einführung einer Teilkrankschreibung, die Arbeitnehmer für einen Teil der täglichen Arbeitszeit beurlauben könnte. Merz hatte zuvor die Möglichkeit erörtert, Krankschreibungen in bestimmten Fällen auch telefonisch ohne Praxisbesuch auszustellen, um den hohen Krankenstand zu thematisieren.
Laut der DAK-Analyse blieb der durchschnittliche Krankenstand bei 5,4 Prozent stabil, was bedeutet, dass täglich 54 von 1.000 Beschäftigten krankgeschrieben waren. Die Untersuchung deckte Daten von rund 2,4 Millionen versicherten Arbeitnehmern ab. Atemwegserkrankungen führten mit 378,3 Fehltagen je 100 Versicherte die Liste der Krankheitsgründe an. Psychische Erkrankungen und Muskelskelett-Probleme folgten mit leicht unterschiedlich hohen Zahlen. Die durchschnittliche Krankheitsdauer betrug im letzten Jahr 9,8 Tage. Auffällig ist, dass ältere Arbeitnehmer über 60 Jahren tendenziell seltener, jedoch für längere Zeiträume krankgeschrieben sind. Besonders hohe Ausfallzeiten wiesen Berufe im Gesundheitswesen mit durchschnittlich 22,5 Fehltagen auf, während Beschäftigte in der Datenverarbeitung mit 12,6 Tagen am seltensten ausfielen.

