Korruption: Ein globales Problem im Aufwind
Korruption breitet sich laut der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International in immer mehr Ländern aus. Auch wenn Deutschland im aktuellen Korruptionsranking von Transparency leicht auf Platz zehn geklettert ist, ist dies eher auf die Verschlechterung anderer Staaten wie Australien, Irland und Uruguay zurückzuführen. In Berlin warnt Transparency vor dem zunehmenden Einfluss von Rechtsnationalen und Populisten, die weltweit die Korruption anheizen.
Der Korruptionswahrnehmungsindex, der von Experten aus internationalen Institutionen und Forschungsgruppen erstellt wird, bewertet 182 Staaten und Gebiete hinsichtlich der Korruption im öffentlichen Sektor. Dabei bedeutet die Skala von 0 bis 100 Punkten, dass null Punkte für sehr hohe Korruption stehen, während 100 Punkte völlige Korruptionsfreiheit signalisieren. Dass Dänemark bereits zum achten Mal den Spitzenplatz belegt, unterstreicht die Stabilität in skandinavischen Systemen, während Südsudan und Somalia sich mit den letzten Rängen begnügen müssen. Vor einem Jahrzehnt konnten noch zwölf Länder über 80 Punkte erzielen, heute schaffen dies nur noch fünf. Der globale Durchschnitt fiel auf einen Tiefpunkt von 42 Punkten – der niedrigste seit über einem Jahrzehnt.
Besorgniserregend sind die Rückschritte in demokratischen Ländern. Alexandra Herzog von Transparency International Deutschland weist darauf hin, dass Schutzmechanismen gegen Korruption häufig von rechtsextremen und populistischen Regierungen abgebaut werden. Auch Deutschland steht in der Kritik: Herzog mahnt vor einer Verwässerung der Anti-Korruptions-Maßnahmen im Zuge der von der Bundesregierung forcierten Entbürokratisierungsbestrebungen. Insbesondere angesichts der neuen Sondervermögen sei mehr Kontrolle notwendig, nicht weniger.

