Korea. IL-2 Series hebt am 25. Juni ab – der Early Access Preis für acht Jets und eine neue Engine hat es in sich
Korea. IL-2 Series bekommt endlich ein festes Startdatum: Am 25. Juni 2026 geht der next-Gen-Ableger der legendären IL-2-Sturmovik-Reihe in den Early Access. Die Preise hat 1C Game Studios jetzt ebenfalls finalisiert – und wer beim dynamischen Vorbestellerrabatt nicht zuschlägt, zahlt drauf. Acht historische Jets, eine 200.000 Quadratkilometer Karte und eine komplett neue Engine stehen bereit. Doch der Early-Access-Poker wirft Fragen auf, die IL-2-Veteranen nur zu gut kennen.
Die Preisfrage – was dein Early-Access-Ticket kostet und wohin die Reise geht
Die Zahlen sind ambitioniert. Die offizielle Vorbestellerseite listet zwei Editionen: Die Standard Edition liegt aktuell bei rund 74 Euro, steigt zum Early-Access-Start auf etwa 83 Euro und klettert später auf den vollen Preis von rund 92 Euro. Die Founders Edition für etwa 129 Euro bündelt sämtliche Vorbesteller-Inhalte mit dem Zugang zu fünf zusätzlichen Flugzeugen, die im Laufe des ersten Jahres per DLC erscheinen sollen.
Das ist ein selbstbewusster Preispunkt. Zum Vergleich: Ein einzelnes DCS World Modul in Early-Access-Qualität kostet zwischen 50 und 70 Euro – für ein Flugzeug. Korea liefert dafür acht Maschinen plus Karte, Karrieremodus und Multiplayer. Trotzdem sind 74 Euro für einen Early-Access-Titel, dessen vollständiger Release-Zeitraum noch nicht einmal grob umrissen ist, kein Impulskauf.
Was in beiden Editionen steckt:
- Acht spielbare Flugzeuge, darunter die MiG-15bis, F-86A-5 Sabre, F-51D Mustang und F-80C-10 Shooting Star
- Zwei Sammlerflugzeuge (F-84E Thunderjet und La-11) mit exklusiven Lackierungen
- Die mit 200.000 Quadratkilometern größte Karte der Seriengeschichte
- Museumsmodus, Karriere als Kommandeur, Generator für schnelle Missionen und Multiplayer
- VR-Support via OpenXR und OpenVR
Was fehlt: ein konkretes Datum für den Full Release. 1C Game Studios verspricht lediglich eine Ankündigung „in naher Zukunft“. Wie unsere Analyse der Korea-Roadmap vom März bereits zeigte, ist 2026 für das Studio ein Schlüsseljahr – aber dass der Herbst oder gar Winter ohne Version 1.0 verstreichen könnte, ist mehr als ein theoretisches Risiko.
Acht Jets am Start & die größte Karte der Seriengeschichte
Fliegerisch liefert der Early-Access-Start beachtlich ab. Das Line-up bildet exakt den technologischen Grabenkrieg, der den Koreakrieg aus der Luft definierte: Kolbenmotor-Veteranen wie die F-51D Mustang und Yak-9P treffen auf die erste Generation von Strahlenjägern wie die F-86A-5 Sabre und MiG-15bis – letztere übrigens mit den berüchtigten Kunstflugteam-Lackierungen, die einen netten Kontrast zum Kampfeinsatz bieten.
Die Spielwelt rekonstruiert die koreanische Halbinsel im Zustand der frühen 1950er-Jahre anhand historischer Dokumente. Kein modernes Südkorea, sondern Dutzende Flugplätze mit authentischen Layouts, Hunderte Siedlungen, Häfen, Dämme und ein ausgedehntes Transportnetz. Dazu gesellen sich KI-gesteuerte Verbände mit B-29-Bombern, Bodentruppen, Zügen und Schiffen, die das Schlachtfeld bevölkern – ein Detailgrad, den man von einem Early-Access-Start in dieser Dichte nicht unbedingt erwartet.
Die neue Engine soll laut Studio verbesserte Schadensmodellierung und ein überarbeitetes Flugmodell liefern. Was das in der Praxis bedeutet, wird der 25. Juni zeigen.
Der Early-Access-Poker – warum Korea den IL-2-Fans ein Déjà-vu beschert
Flugsimulationen und Early Access sind seit Jahren ein schwieriges Paar. DCS World mit seiner Modulpolitik hat das Modell perfektioniert: Module starten im Early Access, bleiben dort teilweise Jahre, und die Community zahlt Premiumpreise für unfertige Produkte – im Vertrauen darauf, dass Eagle Dynamics und Drittentwickler wie Heatblur irgendwann liefern.
1C Game Studios betritt mit Korea exakt dieses Terrain, aber mit weniger Vertrauensvorschuss. Die Great-Battles-Reihe war technisch respektabel, doch der jüngste DLC zeigte auch die Kehrseite: eine stark fragmentierte Produktlandschaft, in der sich Neueinsteiger kaum zurechtfinden. Dutzende DLCs, Module, Collector Planes – wer heute in Great Battles einsteigt, braucht eine Excel-Tabelle.
Koreas Founders Edition deutet an, dass dieses Muster fortgesetzt wird. Fünf zusätzliche Flugzeuge im ersten Jahr als DLC – das klingt nach Great Battles 2.0, nur mit neuer Engine. Ob das Fluch oder Segen ist, hängt davon ab, wie schnell und in welcher Qualität die Inhalte kommen. Die Reddit-Community diskutiert bereits hitzig zwischen „Boykott“ und „Take my money“ – ein sicheres Zeichen, dass 1C Game Studios hier eine sensible Narbe der eigenen Fanbase trifft.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor: VR und Performance. IL-2 Great Battles war in VR spielbar, aber nie eine Referenz. Die neue Engine muss beweisen, dass sie mit den Anforderungen moderner Headsets und aktueller GPUs klarkommt – der verkorkste Server-Start des MSFS 2024 hat gezeigt, wie schnell technische Probleme selbst einem AAA-Flaggschiff die Launch-Stimmung verhageln können.
Düsenjets gegen Propellermaschinen – warum der Koreakrieg der perfekte IL-2-Schauplatz ist
Trotz aller Skepsis: Die Wahl des Koreakriegs als Setting ist ein kluger Schachzug. Der Konflikt von 1950 bis 1953 markiert den dramatischsten technologischen Umbruch der Luftkriegsgeschichte – innerhalb von drei Jahren wechselte die Frontlinie von propellergetriebenen Kolbenmotorjägern zu transsonischen Strahlflugzeugen. Die MiG-15 und F-86 Sabre lieferten sich über dem Yalu-Fluss die ersten großen Jet-gegen-Jet-Duelle der Geschichte, während F-51 Mustangs und Yak-9s noch Tieffliegerangriffe wie im Zweiten Weltkrieg flogen.
Genau dieses Nebeneinander macht den Koreakrieg zum idealen IL-2-Schauplatz. Die Serie hat sich über zwei Jahrzehnte als die Referenz für propellergetriebene Luftkämpfe etabliert – mit Korea vollzieht sie nun selbst den Sprung ins Jet-Zeitalter, den ihre historischen Vorbilder vor 75 Jahren durchmachten. Dass 1C Game Studios parallel die Great-Battles-Reihe weiterführt und für Ende 2026 ein Bomber-DLC versprochen ist, zeigt: Das Studio denkt in zwei parallelen Schienen. WWII für die Puristen, Korea für die Jet-Ära.


