Konsumgüter-Giganten im Fusionsfieber: Kimberly-Clark schnürt Milliarden-Paket zur Übernahme von Kenvue
Inmitten eines heißen politischen Klimawechsels übernimmt der texanische Konsumgüter-Riese Kimberly-Clark den kontrovers diskutierten Arzneimittelhersteller Kenvue in einem gigantischen Deal. Der gesamte Kaufpreis, inklusive Schulden, summiert sich auf beeindruckende 48,7 Milliarden Dollar, was umgerechnet etwa 42,3 Milliarden Euro entspricht. Ein bemerkenswerter Teil dieses Betrags wird jedoch in Form von Kimberly-Clark-Aktien bezahlt, was den endgültigen Erwerbspreis noch in Bewegung halten könnte.
Der Übernahme vorangegangen ist eine hitzige Debatte um das weit verbreitete Schmerzmittel Tylenol. US-Präsident Donald Trump verwies Ende September auf ein vermeintliches Autismus-Risiko durch die Einnahme des Medikaments während der Schwangerschaft. Die wiederholten Warnungen Trumps führten zu einem deutlichen Kurssturz der Kenvue-Aktie, die um etwa 20 Prozent nachgab. Gleichzeitig zog der Bundesstaat Texas gegen das Unternehmen vor Gericht, um Vorwürfen nachzugehen, Kenvue habe relevante Verbindungen zu Autismus bewusst verschleiert.
Trotz der anhaltenden Kontroversen bekräftigt Kenvues Vorstandsvorsitzender Kirk Perry die Unbedenklichkeit der Produkte. Unterstützt wird diese Haltung von führenden Wissenschaftlern, die in Trumps Behauptungen keinen wissenschaftlichen Halt erkennen können. Auch Kimberly-Clark sieht trotz der Debatte erhebliches Potenzial in der Fusion. Vorstandschef Mike Hsu äußerte Vertrauen in die Entscheidung, die Risikoanalyse gewissenhaft vorgenommen zu haben.
Der Zusammenschluss birgt die Aussicht auf jährliche Einsparungen von mehr als zwei Milliarden Dollar für Kimberly-Clark, die unter anderem durch Synergien mit Marken wie Neutrogena, Listerine und Aveeno erzielt werden sollen. Allerdings werden die ersten zwei Jahre von Umbaukosten in Höhe von 2,5 Milliarden Dollar geprägt sein. Nach der Fusion ist geplant, dass die Aktionäre von Kimberly-Clark rund 54 Prozent des vereinten Unternehmens kontrollieren, während die Investoren von Kenvue die restlichen Anteile halten.
Nach Bekanntgabe der Übernahme reagierten die Aktienmärkte prompt: Der Kurs von Kenvue erfuhr einen merklichen Auftrieb von zeitweise über 16 Prozent, wohingegen Kimberly-Clark einen Rückgang von mehr als zwölf Prozent hinnehmen musste. Kenvue galt bei US-Analysten bereits im Vorfeld als potenzieller Übernahmekandidat.

