Konflikt mit Venezuela eskaliert: USA schlagen mutmaßlichen Drogenumschlagplatz nieder

Im sich zuspitzenden Spannungsfeld zwischen den Vereinigten Staaten und Venezuela haben US-Streitkräfte einen mutmaßlichen Umschlagplatz für Drogen in dem südamerikanischen Land ins Visier genommen. Präsident Donald Trump äußerte in seiner Residenz Mar-a-Lago während eines Treffens mit dem israelischen Premierminister Benjamin Netanjahu, dass eine „große Explosion“ in einem Hafengebiet stattgefunden habe, wo Drogenboote beladen worden seien. Von der venezolanischen Seite liegt bislang keine Stellungnahme vor.
Zuvor hatte Trump in einem spontanen Interview mit dem Radiosender 77 WABC Angriffe angedeutet. Er sprach von einer großen Anlage, die stillgelegt worden sei, nannte jedoch keine Details zu möglichen Opfern oder der Angriffsmethode. Laut der "New York Times" war eine CIA-Drohne involviert, die eine Kaianlage der venezolanischen Bande Tren de Aragua angriff, angeblich ohne menschliche Verluste.
Das Chemieunternehmen Primazol bestritt öffentliche Berichte über einen Militärschlag und erklärte, ein Brand in Maracaibo sei durch einen Kurzschluss ausgelöst worden. In den letzten Monaten attackierte das US-Militär Dutzende Boote in der Karibik und im Pazifik, die des Drogenschmuggels verdächtigt wurden. Allein am Montag versenkten sie ein weiteres Boot, wobei zwei Menschen starben. Bei rund 30 Angriffen seit Dezember starben über 100 Personen, was Fragen zur völkerrechtlichen Legitimität solcher Maßnahmen in internationalen Gewässern aufwirft.
Zahlreiche Soldaten, Kriegsschiffe und Flugzeuge wurden näher an Venezuela verlegt, offiziell um Drogenkartelle zu bekämpfen, wobei Experten diese Militäroperation als überdimensioniert für den Kampf gegen Drogenhändler bewerten. Zudem wurden Öltanker unter US-Kontrolle gezogen, was die Einnahmen aus Venezuelas Ölsektor trifft. Präsident Nicolás Maduro sieht darin einen Zwangsversuch der USA, einen Regimewechsel zu forcieren. Trump und seine Ministerin Kristi Noem machten deutlich, dass Maduros Zeit als Staatsoberhaupt limitiert sei.

