Kolumbien intensiviert Kampf gegen Koka-Anbau mit Glyphosat-Einsatz aus der Luft
Die Regierung Kolumbiens hat beschlossen, die Vernichtung von Koka-Plantagen durch den Einsatz des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat aus der Luft wiederaufzunehmen. Dies erfolgt, nachdem die Koka-Produktion im Land deutlich angestiegen ist. Justizminister Andrés Idárraga erklärte, dass in geografischen Zonen, in denen kriminelle Gruppen Bauern zum Anbau von Koka zwingen, das Herbizid mithilfe von Drohnen ausgebracht werden soll.
Obwohl die kolumbianische Regierung die Luft-Vernichtung von Koka-Pflanzen im Jahr 2015 eingestellt hatte, schränkte das Verfassungsgericht den Einsatz von Glyphosat aufgrund von Umwelt- und Gesundheitsbedenken ein. Die manuelle Beseitigung der Pflanzen erwies sich jedoch als erheblich ineffizienter. Mittlerweile hat sich die Koka-Anbaufläche in Kolumbien nahezu verdoppelt. Die Justiz erlaubt nun unter strengen Auflagen wieder den gezielten Einsatz chemischer Mittel zur Bekämpfung der Plantagen aus der Luft.
Kolumbien bleibt weiterhin der führende Kokainproduzent weltweit. Laut den Vereinten Nationen verfügt das Land über mehr als 250.000 Hektar Anbaufläche, was etwa 65 Prozent der globalen Koka-Produktion ausmacht. Die produzierte Droge gelangt über verschiedene Routen in die USA und nach Europa.
In den Vereinigten Staaten hat die Regierung Kolumbiens zuletzt mangelnden Einsatz im Kampf gegen Drogenhandel vorgeworfen und Sanktionen gegen Präsident Gustavo Petro verhängt. US-Präsident Donald Trump bezeichnete Petro öffentlich als große Gefahr, da dieser nicht vehement gegen die Verbreitung von Kokain in Nordamerika vorgehe.

