Nations-League-Finale

Königliche Kulisse: Entzaubern die DFB-Frauen Spanien?

01. Dezember 2025, 18:15 Uhr · Quelle: dpa
DFB-Team beim Abschlusstraining
Foto: Sebastian Christoph Gollnow/dpa
Große Kulisse: Im Metropolitano geht es für das DFB-Team um den ersten Titel seit 2016.
Die DFB-Frauen haben im Hinspiel ein 0:0 erreicht und möchten in Madrid den Titel sichern. Wird es gelingen, die spanischen Stars zu überwältigen?

Madrid (dpa) - Sogar König Felipe VI. kommt erstmals, um Spaniens Weltmeisterinnen zu unterstützen. Die Beste fehlt dagegen: Weltfußballerin Aitana Bonmatí erlitt im Training einen Wadenbeinbruch. Vor einer Rekordkulisse im Estadio Metropolitano werden die deutschen Fußballerinnen im Rückspiel des Nations-League-Finales am Dienstag (18.30 Uhr/ARD) womöglich trotzdem viel leiden müssen. «Das zweite Spiel wird wieder extrem hart», prophezeite Vizekapitänin Janina Minge vor der anspruchsvollen Aufgabe in Madrid. «Aber ich bin völlig davon überzeugt, dass wir es schaffen können.» 

Minge: «Noch niemand hatte Spanien an so einem Punkt»

Viel «Mut und Zuversicht» zog nicht nur die Wolfsburger Abwehrchefin aus dem 0:0 am Freitag in Kaiserslautern, das die Deutschen phasenweise extrem dominiert hatten: «Noch niemand hatte Spanien an so einem Punkt, wie wir sie hatten.» Entzaubert das DFB-Team nun endgültig die Tiki-Taka-Spezialistinnen, bei denen Barcelonas Starspielerin Aitana Bonmatí wegen ihrer bei einer Übungseinheit am Sonntag erlittenen Verletzung ausfällt?

Zumindest für Bundestrainer Christian Wück ändert das Aus der 27 Jahre alten Spielmacherin wenig an der Schwere der Aufgabe. «Es ist unstrittig: Bonmatí ist eine der besten Fußballspielerinnen, die es derzeit auf der Welt gibt. Und dennoch ist Spanien in der Lage, jede Spielerin zu ersetzen», sagte Wück auf der Pressekonferenz vor dem Rückspiel. «Und jede Spielerin auf diesem Niveau wird für uns gefährlich werden.» Seine Mannschaft bleibe bei ihrem «Matchplan», meinte der Chefcoach weiter: «Wir bleiben bei dem, was wir jetzt aus dem Hinspiel rausgenommen haben.» 

Bei den Olympischen Spielen 2024 hatten die DFB-Frauen - vor allem dank eines gehaltenen Strafstoßes von Torhüterin Ann-Katrin Berger tief in der Nachspielzeit - Spanien Bronze weggeschnappt. Bei der EM diesen Sommer in der Schweiz musste sich der Favorit aus Spanien nach dem knappen Halbfinal-Erfolg gegen Deutschland dann im Endspiel - im Elfmeterschießen - England geschlagen geben.

Medienschelte im Land der Weltmeisterinnen 

Und auf dem Betzenberg, da waren sich die spanischen Medien einig, zeigte das Team der neuen Trainerin Sonia Bermúdez die schlechteste Leistung seit dem 0:4 gegen Japan bei der WM-Vorrunde 2023. «El País» staunte darüber, dass die deutschen Spielerinnen dem Team «mit dem meisten Ballbesitz auf dem Planeten» immer wieder den Ball klaute und kaum etwas zuließ. 

«Es ist wahr, dass wir viel gelitten haben und nicht das gespielt haben, was wir wollten. Aber ich bin mir sicher, dass wir es im Metropolitano mit unseren Leuten schaffen werden», sagte Torhüterin Cata Coll. Bereits bis zum Wochenende waren 45.000 Tickets verkauft für die rund 70.000 Zuschauer fassende Arena von Atlético.

Zum Vorjahresfinal-Sieg in der Nations League gegen Frankreich (2:0) in Sevilla waren 32.657 Fans gekommen, die bisherige Bestmarke des Frauen-Nationalteams für ein Länderspiel in der Heimat. Die Spanierinnen haben seit Dezember 2023 beim überraschenden 2:3 gegen Italien zu Hause nicht mehr verloren. 

Erster Titel seit Olympia-Gold 2016?

«Wir wollen unbedingt diesen Titel holen. Wir wollen unbedingt das weiterführen, wo wir im Oktober 2024 begonnen haben», sagte Wück. Bei seinem Traumdebüt damals in Wembley legten die DFB-Frauen ein furioses 4:3 gegen England hin. Ein gutes Jahr nach seinem Amtsantritt winkt seinem Team der erste Titel seit Olympia-Gold 2016 in Rio. Zur Not auch übers Elfmeterschießen, die Schützinnen stünden schon fest. «Wenn es so weit ist, dann haben wir unsere Spielerinnen, die wir ins kalte Wasser werfen», sagte Wück.

«Wir wissen natürlich, dass wir keinen Zentimeter weniger gehen dürfen im nächsten Spiel und unsere Torchancen natürlich auch nutzen müssen», sagte Minge. Der Chancenwucher von Klara Bühl und Co. und der verschenkte Sieg hatte im Fritz-Walter-Stadion für lange Gesichter bei den Spielerinnen um Kapitänin Giulia Gwinn gesorgt.

Bayerns schlechte Erfahrung mit Barcelona

Die Ausgangslage, die eine bessere hätte sein müssen, spielt nun keine Rolle, findet Bühl. «Natürlich hätten wir uns einen kleinen Puffer auch noch erspielen können», sagte die Flügelstürmerin vom FC Bayern. «Aber ich glaube nicht, dass es das Spiel in Spanien so viel einfacher gemacht hätte, ob wir jetzt hier 1:0 oder 0:0 spielen. So haben wir das klassische Finale und darauf freuen wir uns extrem.» 

Gerade Bühl weiß sehr genau, dass es gegen die Ballzauberinnen auch anders laufen kann. In der Champions League hatte der FC Bayern Anfang Oktober ein 1:7 beim FC Barcelona kassiert. 

Knaak: «Wollen da voll auf Sieg gehen»

Für Minge ist die Rechnung einfach: «Das ist das eine Spiel, wo wir einfach ein Tor mehr schießen müssen als der Gegner.» Notfalls glaube sie auch an einen Sieg nach Verlängerung oder Elfmeterschießen. «Wir wollen da voll auf Sieg gehen», versprach Abwehrkollegin Rebecca Knaak. «Man hat gesehen, was drin ist, was möglich ist, und das wollen wir auch in Madrid auf dem Platz zeigen: dass wir das Finale gewinnen können», sagte Mittelfeldspielerin Sjoeke Nüsken.

Fußball / Nationalteam / Nations League / Frauen / Finale / Deutschland / Spanien
01.12.2025 · 18:15 Uhr
[6 Kommentare]
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