„Koalition zum Wiederaufbau“: Selenskyjs Aufruf in Rom
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf einer Konferenz in Rom eindringlich um internationale Unterstützung für den Wiederaufbau seines kriegsgezeichneten Landes geworben. Neben militärischer Hilfe betonte er die Notwendigkeit einer „Koalition zum Wiederaufbau“, die von internationalen Investitionen getragen werden solle. „Die Ukraine benötigt Investitionen, und was wir zum Schutz des Landes errichten, dient auch Ihrem Schutz“, so Selenskyj.
Der ukrainische Präsident plädierte erneut für ein Hilfsmodell nach dem Vorbild des Marshall-Plans, der Europa nach dem Zweiten Weltkrieg unterstütze. Er schlug vor, nicht nur weiter die Zinsen beschlagnahmter russischer Vermögenswerte zu verwenden, sondern auch die Vermögenswerte selbst einzusetzen. Vor allem verurteilte er die russische Führung und beschuldigte Präsident Wladimir Putin, die Ukraine mit „reinem Terror“ zu überziehen.
„Putin hat nur zwei Verbündete: Terror und den Winter“, erklärte er und appellierte an die internationale Gemeinschaft, die Luftabwehr der Ukraine zu stärken, um russische Drohnen und Raketenangriffe abwehren zu können. Die Konferenz in Rom zählt zahlreiche Staats- und Regierungschefs zu ihren Teilnehmern, darunter auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU).
Ziel der zweitägigen Zusammenkunft ist die Einrichtung eines europäischen Wiederaufbaufonds. Zusätzlich wird am Nachmittag eine Videoschalte der von Frankreich und Großbritannien angeführten „Koalition der Willigen“ erwartet – jedoch ohne die physische Teilnahme von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und des britischen Premierministers Keir Starmer.

