Koalition plant umfassende Verkehrsinvestitionen und stabile Abgaben
Die Spitzen von CDU und SPD, angeführt von Bundeskanzler Friedrich Merz, hatten kürzlich ihren letzten Koalitionsausschuss vor Weihnachten und kündigten weitreichende Infrastrukturprojekte an. Ein schnelleres Vorankommen bei Autobahnen und Zugstrecken sowie stabile Beiträge stehen im Fokus der Vorhaben bis 2026. Merz verteidigte seine Vision eines "Herbst der Reformen", die erst in einigen Jahren ihren vollen Effekt zeigen werde, wie auch Vicekanzler Lars Klingbeil betonte. Das Ifo-Institut in München blickt weniger optimistisch in die Zukunft. Die Wirtschaftsforscher senkten kürzlich die Prognosen für 2026 und 2027, da Unsicherheiten durch internationale Zollpolitiken und interne Schwächen anhalten. Trotz der wirtschaftlichen Hürden könnte sich der Arbeitsmarkt dennoch widerstandsfähig erweisen. Parallel dazu erreichte die Europäische Union eine Einigung, russisches Staatsvermögen langfristig zu blockieren, um die Ukraine zu unterstützen. Deutschlands Bevölkerung sieht sich durch den demografischen Wandel einer wachsenden Anzahl an Rentnern gegenüber. Das Statistische Bundesamt prognostiziert, dass bis 2035 ein Viertel der Deutschen im Rentenalter sein wird, was vor allem dem altersbedingten Ausscheiden der Babyboomer zuzuschreiben ist. Die Europäische Zentralbank (EZB) arbeitet derweil an der Vereinfachung der Regulierungen für europäische Banken, um den bürokratischen Aufwand insbesondere für kleinere Institute zu verringern. Dies könnte auch den Sparkassen und Volksbanken in Deutschland zugutekommen, die regelmäßig über die Vielzahl an Vorschriften klagen. Während sich die Baubranche optimistisch zeigt, dass sie den Tiefpunkt überwunden hat, bleibt unklar, ob sich die deutsche Wirtschaft insgesamt auf Erholungskurs befindet. Dennoch sieht das IWH für das kommende Jahr erste Lichtblicke aufgrund von finanzpolitischen Impulsen und steigenden Realeinkommen. Abseits davon sorgt die Schweiz für Stabilität, indem die Nationalbank ihren Leitzins weiterhin bei null Prozent belässt, getreu ihrem Kurs der Zinspause.

