Klinikriese Ameos im Fokus der Datenschutzprüfungen: Hackerangriff zieht weitere Kreise
Der jüngste Hackerangriff auf den Klinikkonzern Ameos zeitigt weitreichende Konsequenzen, und nun prüft eine Reihe von Datenschutzbehörden mehrerer Bundesländer, ob das Unternehmen seinen Informationspflichten nachgekommen ist. Laut Informationen der dpa stehen vor allem mögliche Verstöße im Rahmen der Bekanntmachung an Betroffene im Zentrum der Untersuchung. So liegen der Landesbeauftragten für Datenschutz in Sachsen-Anhalt, Maria Christina Rost, bereits mehrere Beschwerden vor. Ihr zufolge arbeiten die involvierten Bundesländer eng zusammen, um den Sachverhalt zu klären. Aufgrund der laufenden Untersuchungen sind jedoch derzeit keine weiteren Details verfügbar.
Rückblickend hat der Cyberangriff im Juli erhebliche Beeinträchtigungen in den Einrichtungen von Ameos nach sich gezogen. Der Konzern, der jährlich mehr als 500.000 Patienten in über 100 Einrichtungen an über 50 Standorten betreut, zählt neben Schwergewichten wie Helios und Sana zu den großen privaten Klinikbetreibern im deutschsprachigen Raum. Kürzlich gab Ameos bekannt, dass durch den Hackerangriff auch sensible Daten von Patienten und Mitarbeitern kompromittiert wurden.
Ein weiterer Brennpunkt der Kontroversen war die anfängliche Herangehensweise von Ameos zur Information der Betroffenen. Zunächst stellte der Konzern ein Online-Formular bereit, über das potenziell Betroffene sich selbst melden und Dokumente hochladen sollten. Dies erntete Kritik, da laut Datenschutzgrundverordnung Unternehmen von sich aus Betroffene aktiv informieren müssen, was sie inzwischen nach Rücksprache mit den zuständigen Behörden auch zugesichert haben. Die Ermittlungen zum Cyberangriff führt aktuell das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt.

