Klinik-Atlas auf der Kippe: SPD stemmt sich gegen Abschaffung
Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands positioniert sich klar gegen ein mögliches Aus für den Bundes-Klinik-Atlas, ein Projekt, das Patienten verlässliche Informationen über die Leistungen deutscher Krankenhäuser bietet. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD im Bundestag, Christos Pantazis, äußerte gegenüber dem Deutschlandfunk, dass es darum gehen müsse, das Portal weiterzuentwickeln, anstatt es abzuschalten. Der Klinik-Atlas diene der Patientensouveränität und verhindere, dass medizinische Eingriffe in weniger qualifizierten Einrichtungen durchgeführt würden. Pantazis hob die Unabhängigkeit des Klinik-Atlas gegenüber bestehenden Verzeichnissen hervor.
Das Portal, ins Leben gerufen unter der Ägide von Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach, wird derzeit von seiner Nachfolgerin, Gesundheitsministerin Nina Warken, auf den Prüfstand gestellt. Warken wies auf mögliche Ineffizienzen durch Doppelstrukturen hin und erwägt verschiedene Optionen für die Zukunft des Projekts. Der Bundes-Klinik-Atlas bietet Informationen zu Behandlungsleistungen und -qualität von 1.700 Krankenhäusern, zunächst fokussiert auf 26 Krankheitsbilder. Über die Einbindung von Fallzahlen und Personalausstattung in einer übersichtlichen Anzeige können Patienten sich orientieren.
Kritik am staatlichen Portal kam von Seiten der Länder sowie der Klinikbranche selbst, die eigene, akzeptanzstarke Verzeichnisse führen. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) äußerte Bedenken hinsichtlich einer voreiligen Abschaltung. SoVD-Chefin Michaela Engelmeier betonte die Notwendigkeit, unabhängige Informationen für fundierte Patientenentscheidungen bereitzustellen. Anstatt über ein Aus zu diskutieren, sollte verstärkt an der Weiterentwicklung des Klinik-Atlas gearbeitet werden, um die Nutzerfreundlichkeit und Funktionalität kontinuierlich zu verbessern.

