Klingbeils Diplomatischer Balanceakt in China
Vizekanzler Lars Klingbeil tritt an, die angespannten Beziehungen zwischen Deutschland und China auf ein neues, harmonischeres Fundament zu stellen. Im Vergleich zur enthusiastischen Aufbruchsstimmung um die Jahrtausendwende, als Gerhard Schröder den legendären Transrapid-Deal eingefädelt hatte, sind die Bedingungen heute spürbar rauer: Nicht nur Deutschland, sondern auch China kämpft mit wirtschaftlichen Herausforderungen.
Interessanterweise stehen die chinesischen Universitäten vor einer gewaltigen Herausforderung. Rund zwölf Millionen Absolventen werden dieses Jahr in den Arbeitsmarkt entlassen, doch es stehen nicht genügend adäquate Arbeitsplätze zur Verfügung. Hier schlägt die Stunde der asiatischen Ausgleichskunst: In diesem Kontext könnte Klingbeil wertvolle Akzente setzen.
Sollte es dem ambitionierten SPD-Politiker gelingen, die Beziehungen zu China erfolgreich neu auszurichten, würde dies nicht nur seine Position in der deutschen Regierung, sondern auch innerhalb seiner Partei merklich stärken.

