Klimawandel als soziale Herausforderung: Carsten Schneiders Pläne für ein krisenfestes Deutschland
Bundesumweltminister Carsten Schneider rückt den Klimawandel als zentrale soziale Frage des 21. Jahrhunderts in den Fokus. Angesichts der Tatsache, dass das reichste ein Prozent der Weltbevölkerung ebenso viele Treibhausgasemissionen verursacht wie die ärmsten zwei Drittel zusammen, hebt der SPD-Politiker die drängenden Fragen der Verteilungsgerechtigkeit hervor.
Die sozialen Unterschiede werden laut Schneider besonders in Hitzewellen sichtbar, da finanziell benachteiligte Menschen schlechtere Möglichkeiten haben, sich zu schützen: Sie leben häufiger in Wohnungen, in denen sich die Hitze staut, und nahe stark befahrener Straßen. Demgegenüber können sich wohlhabende Bürger durch Klimaanlagen und schattige Gärten ein kühleres Umfeld schaffen.
Um dieser sozialen Schieflage zu begegnen, fordert Schneider eine Klimaschutzpolitik, die soziale Aspekte stärker berücksichtigt. Noch in diesem Jahr plant er, ein neues Klimaschutzprogramm vorzustellen, das Deutschland auf den Weg zur Klimaneutralität bis 2045 führen soll.
Ziel ist es, die gleiche Menge Treibhausgase zu binden, wie ausgestoßen wird, um nachhaltiges Wirtschaften zu ermöglichen. Zusätzlich unterstützt der Bund mit gezielten Förderprogrammen Kommunen und soziale Einrichtungen, um lokal für Abkühlung zu sorgen.
Dies soll durch vermehrte Begrünungen, wie das Anlegen von Gründächern und Wasserflächen oder die Reduzierung von Asphaltflächen, erreicht werden. Seit dem Jahr 2020 wurden bereits fast 500 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 73,5 Millionen Euro gefördert.
Für die kommenden Jahre 2025 und 2026 stehen mindestens 11,5 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung, um die Förderrichtlinie weiter auszubauen.

