Klimasünder KI: Wie ein Social-Media-Trend unseren CO₂-Fussabdruck digital aufbläht
Digitale Actionfiguren, Ghibli-Selfies und fotorealistische LinkedIn-Avatare boomen – doch der Trend hat eine unsichtbare Kehrseite: den massiven Energiehunger der KI. Ein Gastartikel von David Bachetti und Thomas Bigliel. (Agent AGENTUR GmbH)

07. Mai 2025, 07:31 Uhr · Quelle: Pressebox
Der Hype um KI-generierte Bilder in sozialen Medien, wie LinkedIn-Avatare, hat einen hohen ökologischen Fußabdruck zur Folge, der oft übersehen wird. Der Betrieb solcher Technologien verursacht signifikante CO₂-Emissionen und hohen Wasserverbrauch, was die Bedeutung nachhaltiger digitaler Strategien unterstreicht.

Zürich, 07.05.2025 (PresseBox) - Aus einem simplen Prompt entsteht heute in Sekunden ein fotorealistisches Bild: Sei es die eigene Actionfigur in Blisterverpackung, ein Ghibli-Porträt oder ein Fantasielandschafts-Rendering. Möglich macht das das neue GPT-4o-Modell von OpenAI, das derzeit Social Media mit kreativen KI-Bildern flutet. Was jedoch kaum jemand bedenkt: Jedes einzelne dieser Bilder hinterlässt einen ökologischen Fussabdruck – und der ist grösser als gedacht.

LinkedIn-Avatar mit Nebenwirkungen

Besonders auf LinkedIn hat sich in den letzten Wochen ein neuer Hype etabliert: Nutzer:innen posten digitale Selbstporträts als stilisierte Spielfiguren, versehen mit Jobtitel und Claim. Unterhaltsam? Ja. Nachhaltig? Nein. Denn hinter jedem dieser Bilder steckt rechenintensive KI-Technologie, die auf Hochleistungsservern läuft – mit hohem Energie- und Wasserverbrauch.

Ein Prompt – 4 Gramm CO₂

Erste Schätzungen beziffern die Emissionen eines einzigen ChatGPT-Prompts auf 4.32 Gramm CO₂. Klingt harmlos – bis man die Masse betrachtet: Mit mehreren Milliarden Prompts monatlich entsteht eine CO₂-Menge, die sich gewaschen hat. Laut aktuellen Schätzungen verbraucht allein der Betrieb der OpenAI-Infrastruktur bis zu 43 Tonnen CO₂ pro Tag – das entspricht rund 3’500 durchschnittlichen Autofahrten täglich.

KI verbraucht auch Wasser – und zwar literweise

Neben Strom ist auch Wasser ein kritischer Faktor: Das Training grosser Sprachmodelle benötigt enorme Mengen zur Kühlung der Chips. Laut einer Studie der University of California, Riverside, kann ein einziges GPT-Modell so viel Wasser verbrauchen wie die Produktion von 320 Teslas. Und der Bedarf steigt weiter: Forschende des MIT prognostizieren, dass KI bis 2027 weltweit mehr Wasser verbrauchen könnte als ein ganzes Land wie Dänemark.

Die dunkle Seite der Cloud

Das Problem: Die Rechenzentren, die all diese KI-Anfragen bearbeiten, bleiben für Nutzer:innen unsichtbar. Es fehlt an Transparenz über Stromquellen, Emissionen oder Wasserverbrauch. Auch in der Schweiz – trotz hohem Wasserkraftanteil – stammen Teile des Stroms weiterhin aus fossilen Quellen. Und was über internationale Cloudanbieter läuft, wird oft mit Kohle- oder Gaskraft betrieben.

Der blinde Fleck der Energiedebatte

Auch nach dem Training bleibt KI energiehungrig: Eine ChatGPT-Anfrage verbraucht laut Schätzungen rund fünfmal mehr Strom als eine klassische Websuche. Doch das öffentliche Bewusstsein dafür ist kaum vorhanden. «Nur weil es Cloud Computing heisst, lebt die Hardware nicht in der Wolke», warnt MIT-Forscher Noman Bashir. Während landauf, landab über CO₂-Grenzwerte und Wärmepumpen diskutiert wird, bleibt die digitale Infrastruktur der grosse, übersehene Klimafaktor.

KI-Strom: Woher kommt die Energie wirklich?

KI-Modelle laufen rund um die Uhr auf energiehungrigen Servern – doch woher der Strom dafür stammt, bleibt oft im Dunkeln. In der Schweiz dominiert zwar Wasserkraft, aber zu Spitzenzeiten fliesst auch Strom aus Gas-, Öl- oder Müllverbrennung ins Netz. Und Cloud-Anbieter? Beziehen ihre Energie teils aus dem Ausland – mit unklarer Herkunft. Nachhaltigkeit endet nicht an der Landesgrenze – und schon gar nicht im Serverraum.

Green UX: Nachhaltigkeit beginnt im Design

Lösungen gäbe es – etwa im Webdesign. Reduzierter Code, optimierte Bilder, klar strukturierte Websites sparen Bandbreite und Energie. Auch SEO profitiert: Wer schneller lädt, wird besser gerankt. Nachhaltigkeit wird damit zur digitalen Wettbewerbsstrategie – nicht nur zur moralischen Pflicht.

Fazit

Was als kreative Spielerei begann, offenbart ein grosses Dilemma: Unser digitaler Alltag ist längst Teil des Klimaproblems. Die öffentliche Debatte muss sich erweitern – weg vom Auto, hin zum Algorithmus. Denn der ökologische Preis für unsere KI-Kreativität wird nicht in Likes bezahlt, sondern in Tonnen CO₂.

„Als Webagentur in Zürich entwickeln wir digitale Lösungen mit Substanz – und denken Nachhaltigkeit nicht als Buzzword, sondern als Standard“, sagt David Bachetti, Mitgründer und CEO: in der Agent AGENTUR GmbH. „Denn wer heute digital sichtbar sein will, muss nicht nur relevant kommunizieren, sondern auch verantwortlich handeln.“

Der Beitrag erschien erstmals von David Bachetti & Thomas Bigliel als Gastartikel im Marketing-Blog der ZHAW.

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[pressebox.de] · 07.05.2025 · 07:31 Uhr
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