Kiew unter Beschuss: Drohnen und Raketen erschüttern die Stadt
Die ukrainische Hauptstadt Kiew geriet erneut ins Visier russischer Angriffe. Bei einem großangelegten Drohnenangriff wurden mindestens 14 Menschen verletzt, wie Bürgermeister Vitali Klitschko und die dortige Militärverwaltung über Telegram informierten. Besonders betroffen war der Stadtbezirk Solomjanka, wo mehrere Brände in Wohngebieten ausbrachen. Auch in anderen Teilen Kiews wurden Schäden durch Drohnen festgestellt, während stundenlang Flugabwehrfeuer zu hören war.
Berichten der ukrainischen Luftwaffe zufolge setzte das russische Militär nicht nur Drohnen, sondern auch eine Hyperschallrakete vom Typ Kinschal sowie verschiedene ballistische Raketen und Marschflugkörper ein. Als eines der Hauptziele galt offenbar der Militärflugplatz Wassylkiw, südlich von Kiew. Diese neue Eskalationsstufe erfolgt in einem Zeitraum, in dem sich die Ukraine seit mehr als drei Jahren gegen den aggressiven Angriffskrieg verteidigt und auf stärkere Unterstützung ihrer westlichen Verbündeten, insbesondere in Form von Flugabwehrsystemen, angewiesen ist.
Vor dem Hintergrund eines möglichen Lieferstopps US-amerikanischer Waffen betonte Präsident Wolodymyr Selenskyj in Aarhus die Notwendigkeit, Europas Rüstungsindustrie zu stärken, um Abhängigkeiten zu reduzieren. Gleichzeitig hofft er weiter auf die Unterstützung der USA und plant Gespräche mit US-Präsident Donald Trump.
In den östlichen Gebieten der Ukraine, speziell in Donezk, setzten sich die Angriffe ebenfalls fort. Mindestens fünf Menschen kamen durch russische Angriffe ums Leben und zwölf weitere wurden verletzt. Ein Drohnenangriff im Gebiet Charkiw führte zudem zur Verletzung eines Ehepaars, dessen Fahrzeug getroffen wurde.
Gleichzeitig positionierten sich führende Persönlichkeiten Europas zu einem möglichen Ersatz für US-Waffenlieferungen. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen betonte die Verantwortung Europas, eventuelle Lücken zu füllen. Noch ist unklar, welche Schritte auf internationaler Ebene unternommen werden, um die Lieferketten zu sichern und die ukrainische Verteidigungsfähigkeit zu stärken. Bemerkenswert bleibt der diplomatische Austausch zwischen US-Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Putin, der auf eine Lösung des Konflikts drängte, allerdings ohne konkrete Fortschritte.

