Kiew: Klitschko empfiehlt zeitweilige Abreise nach schwerem Angriff
Die jüngsten Ereignisse in Kiew illustrieren einmal mehr die dramatischen Folgen des russischen Krieges gegen die Ukraine. Nach einem der schwersten Luftangriffe auf die ukrainische Hauptstadt seit Beginn des Konflikts wandte sich Bürgermeister Vitali Klitschko mit einem eindringlichen Rat an die Bevölkerung.
Aufgrund der intensiven Schäden könne rund die Hälfte der städtischen Wohnblöcke nicht ausreichend geheizt werden, erklärte Klitschko auf dem Kommunikationskanal Telegram. Die ohnehin angespannte Lage wird durch einen strengen Winter weiter verkompliziert.
In seiner Botschaft appellierte Klitschko an die Bürgerinnen und Bürger, die Möglichkeit einer vorübergehenden Abreise aus Kiew in Betracht zu ziehen. Dabei betonte er, dass es sich nicht um einen offiziellen Evakuierungsaufruf handelt, sondern um den freundlichen Rat, bei Verwandten oder in weniger betroffenen Regionen Schutz und Wärme zu finden.
Gleichzeitig hob Klitschko die Bedeutung des Zusammenhalts hervor. Er ermutigte diejenigen, die bereits wieder mit Strom, Wasser und Heizung versorgt sind, nachbarschaftliche Hilfsbereitschaft zu zeigen und ihrem Umfeld Schutz zu bieten.
In der Stadt und im Umland sind nach Berichten des Energieministeriums etwa 500.000 Verbrauchsstellen ohne Strom, während gleichzeitig die Reparaturen fortschreiten. Präsident Wolodymyr Selenskyj informierte darüber, dass während des nächtlichen Angriffs auf Kiew mehr als 200 Drohnen sowie Dutzende Raketen und Marschflugkörper eingesetzt wurden, was zu einer erheblichen Zerstörung und mindestens vier Todesopfern führte.

