Kiew im Klimakampf: Heizungskatastrophe und Stromnotstand unter russischem Druck
In der ukrainischen Hauptstadt Kiew zeichnet sich eine leichte Erholung im Kampf gegen den massiven Heizungsausfall ab, der infolge eines russischen Luftangriffs am 9. Januar zahlreiche Gebäude kaltgestellt hatte. Wie Bürgermeister Vitali Klitschko auf Telegram mitteilt, sind nun noch etwa 50 Wohnblöcke ohne funktionierende Fernwärme, während zu Spitzenzeiten die Heizungen in rund 6.000 Gebäuden ausgefallen waren. Der eiskalte Winter mit Temperaturen bis zu -16 Grad Celsius nachts macht die Situation für die betroffenen Haushalte zunehmend herausfordernd.
Währenddessen stellt die Aufrechterhaltung der Stromversorgung die Dreimillionenstadt Kiew weiter auf eine harte Probe. Viele Bewohner haben aufgrund notwendiger Notfallabschaltungen nur sporadisch Strom, was den Alltag erheblich beeinträchtigt. Ein neuerlicher Luftangriff auf das Umland von Kiew führte in Butscha zum Stromausfall für 56.000 Haushalte, wie der Energielieferant DTEK berichtet. Auch die Vororte Browary und Boryspil mussten sich auf weitere Notabschaltungen einstellen, erschwert durch die frostigen Witterungsbedingungen, die die technischen Reparaturmaßnahmen bremsen.
Die Südukraine bleibt ebenfalls nicht verschont, denn im Gebiet Odessa waren Energieanlagen das Ziel nächtlicher Angriffe, melden lokale Behörden. Russische Streitkräfte scheinen, so die Einschätzung der ukrainischen Seite, mit gezielten Angriffen auf die Energieinfrastruktur die Metropolen unbewohnbar machen zu wollen. In diesem politisch angespannten Umfeld stehen Bürgermeister Klitschko und Präsident Wolodymyr Selenskyj im Diskurs, wobei Letzterer Klitschko unzureichende Vorkehrungen für Notfälle vorwirft; eine alte politische Rivalität zwischen beiden lässt den Ton dabei nicht milder werden. Angesichts der Energieknappheit fordert Präsident Selenskyj zügige Maßnahmen zur Erhöhung der Stromimporte, um den harten Winter zu überstehen.

