Kering: Warten auf den modischen Frühling
Die jüngsten Wirtschaftsdaten des Luxusgüterriesen Kering weisen auf eine geduldige, jedoch angespannte Erwartung hinsichtlich einer Erholung der kriselnden Modemarke Gucci hin. Trotz eines rückläufigen Umsatzes, der sich zum Jahresende auf einer vergleichbaren Basis schwächer darstellte als zuvor, verzeichnete die Marke noch immer ein Minus von zehn Prozent im vierten Quartal im Jahresvergleich – ein Wert, der den Vorhersagen der Analysten entspricht. Unter der Führung des neuen Kering-Chefs Luca de Meo, der zuvor bei Renault tätig war, plant das Unternehmen eine Kehrtwende.
Er betont, dass das Jahr 2025 nicht das volle Potenzial des Unternehmens widerspiegeln wird. Maßnahmen zur Stärkung der Finanzkraft und strategische Entscheidungen wurden bereits in der zweiten Jahreshälfte initiiert. Ein genau ausgearbeiteter Plan zur Wiederbelebung des Marktwachstums soll Mitte April auf einem Kapitalmarkttag präsentiert werden. In den letzten Jahren hinkt Kering hinter seinen Mitbewerbern zurück. Die durch allgemeine Konsumflauten, insbesondere in China, verursachte Popularitätskrise der Gucci-Produkte störte das Gleichgewicht.
2025 fiel der Umsatz von Gucci um über ein Fünftel, während der Gesamtumsatz des Konzerns um 13 Prozent sank. Der operative Gewinn erlitt Einbußen von einem Drittel, und der Nettogewinn stürzte dramatisch ab. Trotz dieser Einbußen sollen die Anteilseigner mit einer Dividende von 3,00 Euro je Aktie rechnen, inklusive einer bereits erfolgten Zwischenausschüttung. Eine Sonderausschüttung im Zusammenhang mit einem Verkauf an L'Oréal ist ebenfalls in Aussicht. Der Aktienkurs von Kering, der seit einem Hoch von 800 Euro im Jahr 2021 um etwa zwei Drittel gesunken ist, litt weiter und fiel 2026 erneut um fast 14 Prozent.
Die Analystin von JPMorgan, Chiara Battistini, sieht wenig Überraschung in diesen Resultaten. Gucci erwies sich kostenseitig als widerstandsfähiger als gedacht, womit die Bestätigung eines Wachstumsziels für 2026 eventuell für eine gewisse Stabilität der Aktien sorgen könnte. Dennoch liegt der Fokus bereits auf dem bevorstehenden Kapitalmarkttag.

