Kennedy setzt neues Signal im Gesundheitssektor – Aktien der Impfstoffhersteller reagieren verhalten
Die Ankündigung des US-Gesundheitsministers Robert F. Kennedy Jr., sämtliche Mitglieder des Expertenausschusses für Impfpraktiken (ACIP) zu entlassen, sorgt für gemischte Reaktionen auf dem Börsenparkett. Während die Aktien von AstraZeneca und BioNTech leicht zulegten, verzeichneten GSK und Sanofi Verluste von 1 % bzw. 0,2 %. Moderna erlebte einen leichten Rückgang im vorbörslichen Handel, während Novavax und Pfizer marginale Gewinne verzeichneten.
Analysten beobachten die Situation gespannt, denn die einmalige Maßnahme Kennedys birgt Risiken für die Impfstoffhersteller. Seit seinem Amtsantritt hat der Impfgegner bereits mehrere Regulierungen im Bereich von Impfstoffen, Lebensmitteln und Medikamenten verändert. Diese jüngste Entlassungswelle stellt allerdings seinen bislang weitreichendsten Eingriff dar.
Die Unsicherheit über die künftige Zusammensetzung des neu aufzubauenden Ausschusses lässt viele spekulieren. Einige Analysten befürchten, dass die neuen Mitglieder Kennedys kritische Haltung gegenüber Impfstoffen teilen könnten. Insbesondere könnte dies die Empfehlungen zu bereits zugelassenen Impfstoffen beeinträchtigen und die Beweislast und Entwicklungskosten für zukünftige Impfstoffe erhöhen.
Diese Entwicklungen kommen nur wenige Wochen vor der nächsten ACIP-Sitzung, bei der über Impfempfehlungen gegen Krankheiten wie das Respiratorische Synzytial-Virus diskutiert werden soll. Die Bekanntgabe der neuen Ausschussmitglieder steht noch aus, und ob das Treffen planmäßig ablaufen wird, bleibt unklar.
James Harlow von Novare Capital Management betont, dass die genaue Auswirkung auf die Impfstoffhersteller schwer abzuschätzen sei, da die Nachbesetzung der Mitglieder offen ist. Obwohl die Nachricht zusätzlich Unsicherheiten in den Sektor bringt, bleibt sie für einige Marktbeobachter eher ein 'Schlagzeilenrisiko' als ein fundamentaler Wandel auf regulatorischer Ebene.
Analyst Evan Seigerman von BMO Capital Markets kommentiert, dass Kennedys Entscheidung angesichts seiner bisherigen Positionen weniger überraschend sei.

