Katalonien ruft Notstand aufgrund von Dürrekatastrophe aus
Angesichts einer beispiellosen Dürre hat die Regierung Kataloniens den Notstand ausgerufen, eine Maßnahme, die die Metropole Barcelona sowie weitere 201 Gemeinden betrifft. Dieser alarmierende Schritt soll auf rund sechs Millionen Einwohner der Provinzen Barcelona und Girona Auswirkungen haben und die bereits herrschende Wasserknappheit eindämmen. Die Einwohner der Region, die unter der schlimmsten Trockenperiode seit über einem Jahrhundert leidet, müssen sich nun auf erhebliche Einschnitte im täglichen Wasserverbrauch einstellen.
Die notwendigen Restriktionen involvieren eine drastische Wasserverbrauchsreduzierung. Für die Bürger ist nun eine Obergrenze von maximal 200 Litern pro Tag festgesetzt worden, mit dem Vorbehalt, dass dieses Kontingent bei einer Verschlimmerung der Lage weiter auf 180 bzw. 160 Liter beschränkt werden könnte. Der Vergleich mit den aktuellen Durchschnittswerten zeigt, dass in urbanen Zentren wie Barcelona bereits eine Annäherung an die festgesetzte Grenze besteht, während in anderen Gemeinden der Verbrauch noch weit darüber liegt.
Die Tragweite des Notstands gebietet drastische Einschränkungen: Autowäschen sowie die Säuberung von Bürgersteigen und Straßen sind verboten; das Befüllen der meisten Schwimmbäder wird untersagt. Für die Bewässerung öffentlicher sowie privater Grünanlagen gelten strenge Auflagen. Die Wasserknappheit berührt auch spürbar den Agrarsektor, der gezwungen wird, den Wasserbedarf um sage und schreibe 80 Prozent zu kürzen, während die Viehwirtschaft und Industrie 50 bzw. 25 Prozent einsparen müssen. Wer die Vorschriften missachtet, dem drohen empfindliche Geldbußen von bis zu 150.000 Euro.
Diese Notlage ist das Resultat eines verheerenden Regenmangels, der die Wasserreservoire auf besorgniserregend niedrige 16 Prozent ihrer Kapazität sinken ließ – ein dramatischer Rückgang, wenn man bedenkt, dass die Pegelstände vor rund eineinhalb Jahren noch bei annähernd 60 Prozent lagen. Katalonien steht mit dieser Krise nicht allein, auch die südspanische Region Andalusien kämpft mit schwerwiegendem Wassermangel. (eulerpool-AFX)

