Kassen in der Zwickmühle: Drohende Beitragserhöhungen trotz Hilfspaketen
Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) stehen vor herausfordernden Zeiten und warnen vor unaufhaltsam steigenden Kosten, die neue Beitragserhöhungen unausweichlich machen könnten. Oliver Blatt, der neue Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbands, äußerte sich besorgt gegenüber der 'Frankfurter Allgemeinen Zeitung' und warnte davor, dass die Zusatzbeiträge zum Jahreswechsel erstmals die Marke von drei Prozent erreichen könnten. Dies werde erwartet, obwohl von Regierungsseite ein Darlehen zugesagt wurde.
Bereits zu Beginn des Jahres waren die Zusatzbeiträge in einem breiten Spektrum der Kassen gestiegen, im Durchschnitt auf 2,9 Prozent. Der Anstieg übertraf die Prognosen, die von einem Anstieg um 0,8 Prozentpunkte auf einen Referenzwert von 2,5 Prozent ausgegangen waren. Neben den Zusatzbeiträgen besteht der gesamte Beitrag aus einem Basisprozentsatz von 14,6 Prozent des Bruttolohns.
Oliver Blatt spricht von einem fortwährenden Anstieg der Ausgaben, die die Einnahmen deutlich übersteigen. Insbesondere bei Kliniken, Arztpraxen und Arzneimitteln verzeichneten die Kassen erhebliche Kostensteigerungen. Blatt stellte infrage, dass nicht ausreichend Einnahmen vorhanden seien und bezeichnete politischen Optimismus hinsichtlich eines Wirtschaftsaufschwungs als übermäßig optimistisch.
Der Verband plädiert dafür, dass die Ausgaben die Einnahmen der Kassen nicht übersteigen sollten. Ein neuerlicher Finanzplan der Bundesregierung sieht eine Zusatzfinanzierung durch zwei neue Darlehen sowie die Rückzahlung eines alten Darlehens zur Abfederung der finanziellen Lücke bis 2026 vor. Dennoch bleibt unklar, ob diese Maßnahmen ausreichen werden, um Beitragsanhebungen gänzlich zu verhindern.
Oliver Blatt kritisierte die Darlehen als lediglich oberflächliche politische Lösung.

