Kanzler-Debatte: Merz und Scholz im verbalen Schlagabtausch
Unionsfraktionschef Friedrich Merz hat Bundeskanzler Olaf Scholz scharf kritisiert und ihm vorgeworfen, mit polarisierenden Aussagen den Wahlkampf anzuheizen. In einem energischen Austausch bezichtigte Merz den Kanzler des Sozialneids, nachdem Scholz die Steuerreformpläne der Union angegriffen hatte. Scholz stellte heraus, dass die Reformen der CDU und CSU in erster Linie den Wohlhabenden zugutekämen, was Merz entschieden zurückwies. Der Unions-Kanzlerkandidat betonte die Notwendigkeit einer umfassenden Steuerreform, um das Steuerrecht zu überarbeiten.
In seiner Verteidigung legte Merz dar, dass die vorgeschlagenen Pläne von Scholz lediglich durch eine drastische Anhebung des Spitzensteuersatzes auf bis zu 60 Prozent finanzierbar wären. Diese Maßnahme sei Voraussetzung, um die Versprechungen an untere und mittlere Einkommensgruppen zu realisieren, kritisierte Merz.
Auf Zwischenrufe aus den Reihen der SPD reagierte Merz scharfzüngig und hinterfragte die offensichtliche Nervosität der SPD-Fraktion. In gewohnt pointiertem Ton wies er darauf hin, dass viele SPD-Abgeordnete möglicherweise bald aus dem Bundestag ausscheiden könnten. Merz appellierte an die Disziplin der SPD-Abgeordneten und zeigte sich wenig beeindruckt von dem „Theater“, das während der Debatte aufgeführt wurde.

