Kanada setzt Zeichen: Anerkennung Palästinas sorgt für Spannungen im Nordamerika-Handel
Die jüngst angekündigte diplomatische Wende Kanadas, Palästina als eigenständigen Staat anzuerkennen, hat eine Kontroverse mit den Vereinigten Staaten entfacht. US-Präsident Donald Trump kritisierte Kanadas Vorhaben scharf und sah darin ein erhebliches Hindernis für die laufenden Zollverhandlungen mit dem nördlichen Nachbarn.
Auf der Plattform Truth Social machte Trump seinem Unmut Luft und betonte die Schwierigkeit, unter diesen Umständen ein Handelsabkommen zu erzielen. Kanadas Ministerpräsident Mark Carney hat seine Entscheidung im Vorfeld der 80. UN-Vollversammlung im September 2025 bekannt gegeben.
Auffallend hierbei ist, dass Kanada als erstes G7-Mitglied Frankreichs jüngster Ankündigung folgt. Auch Großbritannien hat jüngst mit ähnlichen Schritten gedroht, um Druck auf die israelische Regierung hinsichtlich ihrer Gaza-Politik auszuüben.
Die kanadische Regierung begründet ihren Vorstoß mit den stagnierenden Fortschritten in Richtung einer Zweistaatenlösung sowie mit der sich verschlechternden humanitären Lage im Gazastreifen und im Westjordanland. Kritische Stimmen an Kanadas Entscheidung kommen aus Israel, das prompt eine Verurteilung aussprach.
In wirtschaftlicher Hinsicht könnte diese diplomatische Entscheidung weitreichende Folgen haben, da die USA für Kanada der bei weitem bedeutendste Handelspartner sind. Bereits zuvor hatte Trump mehrfach mit neuen Zöllen gedroht oder diese verhängt, und die Handelsgespräche seit Ende Juni auf Eis gelegt.

