Kanada prüft verstärkte Regulierung von Stablecoins zur Sicherung der Zahlungsinfrastruktur
Die Bank of Canada hat betont, dass Stablecoins, die weltweit bereits Billionen in Zahlungen bewegen, ein Sicherheitsniveau erreichen müssen, das dem eines Bankkontos entspricht, bevor sie stärker in den regulären Zahlungsverkehr integriert werden. Bei der CPA-Konferenz in Ottawa äußerte sich Ron Morrow, Senior Deputy Governor, zu den Chancen und Risiken dieser digitalen Währungen für Kanadas Zahlungsinfrastruktur. Während er die Möglichkeiten zur Modernisierung begrüßte, riet er zur Vorsicht. Besonders beim internationalen Zahlungsverkehr sieht Kanada Herausforderungspotenzial. Die Kosten für grenzüberschreitende Geldtransfers seien deutlich höher als in den Vereinigten Staaten oder Großbritannien, was besonders Migrantengemeinschaften trifft, die Geld ins Ausland senden.
Stablecoins könnten diese Kosten erheblich senken, so Jagdish Pandya von Blockon Ventures, was für viele Einwanderer eine enorme Entlastung bedeuten würde. Im Vergleich zu Kryptowährungen wie Bitcoin, die Morrow mit Aktien eines Tech-Start-ups verglich, sind Stablecoins an staatliche Währungen wie den US-Dollar gekoppelt und behalten dadurch ihren stabilen Wert. Momentan fehlen in Kanada jedoch bundesweite Vorschriften für Stablecoins; die Regulierung obliegt den Provinzen und wird durch nationale Geldwäschegesetze ergänzt. Morrow sprach sich für eine nationale Regelung aus.
Eine Umfrage ergab, dass fast 60% der kanadischen Wirtschaftsführer befürchten, dass die Wettbewerbsfähigkeit des Landes ohne Innovation im Zahlungsverkehr abnehmen könnte. Musheer Ahmed von Finstep Asia warnte, dass kanadische Unternehmen im globalen Wettbewerb zurückfallen könnten, wenn sie nicht die Chance haben, neue Zahlungsinnovationen vor Ort zu testen. Manhar Garegrat von Liminal Custody betonte, der Erfolg einer kanadischen Stablecoin hänge von ihrer Integration in lokale Zahlungssysteme und klaren regulatorischen Vorgaben ab.

