Kampf um Unabhängigkeit: TI Fluid Systems Akzeptiert Übernahme durch ABC Technologies
Die britische Wirtschaft verzeichnet innerhalb weniger Tage die zweite größere Übernahme eines an der Londoner Börse notierten Unternehmens durch ausländische Investoren. TI Fluid Systems, mit Hauptsitz in Oxford, hat eine Übernahmeofferte in Höhe von 200 Pence pro Aktie von Kanadas ABC Technologies akzeptiert. Diese Transaktion bewertet das 102 Jahre alte Unternehmen mit 1,04 Milliarden Pfund.
Der vorgeschlagene Übernahmepreis stellt einen Aufschlag von 47% auf den Aktienkurs vom 12. September dar, dem letzten Handelstag vor Bekanntwerden von Übernahmespekulationen. Ebenfalls kürzlich verkündete der Bar- und Restaurantbetreiber Loungers, ein Angebot in Höhe von 338 Millionen Pfund vom New Yorker Private-Equity-Riesen Fortress Investment anzunehmen.
Das Management von TI Fluid Systems, beraten von Goldman Sachs und Peel Hunt, entschied sich angesichts der globalen Unsicherheiten im Automobilsektor und der langfristig unterbewerteten Geschäftsstrategie für das Angebot. Diese Faktoren bergen das Risiko zukünftiger Kursschwankungen.
Die Verhandlungen zwischen TI Fluid Systems und ABC Technologies zogen sich über mehrere Monate hin, wobei das kanadische Unternehmen mehrere unaufgeforderte Angebote unterbreitete, darunter ein erstes Gebot von 165 Pence pro Aktie. Die Directors von TI betonten, dass das Angebot von 200 Pence eine sofortige und sichere Möglichkeit für Aktionäre bietet, den vollständigen Wert ihrer Investition zu realisieren, was vor der vollständigen Umsetzung der Unternehmensstrategie eventuell nicht möglich wäre.
Seit 2017 ist TI Fluid Systems an der Londoner Börse gelistet und Teil des FTSE 250. Vorstandsvorsitzender Tim Cobbold erklärte, dass die Fusion zu einem größeren und diversifizierteren Unternehmen mit einem breiteren Produktspektrum führen wird, welches die aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie besser bewältigen kann.
TI Fluid Systems hat seine Wurzeln im Jahr 1922, als Harry Bundy & Co., und beschäftigt heute 25.600 Mitarbeiter an 98 Produktionsstandorten in 28 Ländern, mit seinem weltweiten Hauptsitz in Oxford.

