Bitcoin-ETFs ziehen 56 Milliarden Dollar an, während CEO Krypto gegenüber Gold bevorzugt
Institutionelle Investitionen in Bitcoin haben ein Ausmaß erreicht, das vor einigen Jahren noch undenkbar schien. Seit der Einführung von Bitcoin-ETFs sind rund 56 Milliarden Dollar von Vermögensverwaltern weltweit in diese Anlageform geflossen. Laut Tom Lee, CEO von Bitmine, verändert dies die Art und Weise, wie ernsthafte Investoren über den Schutz ihres Vermögens nachdenken.
Gold als Inflationsschutz in der Kritik
Auf der Futu Investment Exhibition äußerte Lee Zweifel an der langjährigen Reputation von Gold als bevorzugtem Inflationsschutz. Historische Daten zeigen, dass Gold in den letzten 55 Jahren in etwa 48% der Fälle nicht mit der Inflation Schritt halten konnte. Dies ist bemerkenswert, da viele Investoren Gold gerade wegen seines vermeintlichen Schutzes der Kaufkraft halten. Der Goldpreis ist kürzlich um über 15% gefallen und liegt derzeit bei etwa 4.493 Dollar.
Bitcoin hingegen hat laut Lee seit seiner Einführung im Jahr 2009 in 97% der Fälle die Inflation übertroffen. Er führt dies auf das begrenzte Angebot von 21 Millionen Coins zurück. Diese feste Obergrenze, kombiniert mit der steigenden Nachfrage von Institutionen, mache Bitcoin zu einem stärkeren modernen Schutz als Gold.
“Many investors hold large amounts of gold for protection, but may be missing exposure to Bitcoin,” Lee said.
Wachsende Nachfrage an der Wall Street
Die Zahlen der ETFs stützen zumindest teilweise dieses Argument. Milliarden von Dollar sind in Bitcoin-fokussierte Fonds geflossen, da große Vermögensverwalter die Kryptowährung in die Portfolios ihrer Kunden aufnehmen. Berichten zufolge hat dieser Trend dazu beigetragen, dass Bitcoin sich von seinem frühen Ruf als spekulative Wette entfernt und sich mehr zu einem Mainstream-Finanzinstrument entwickelt hat, das typischerweise mit Rohstoffen wie Gold oder Öl verglichen wird.
Zum Zeitpunkt von Lees Äußerungen wurde Bitcoin bei etwa 66.000 Dollar gehandelt, obwohl der Preis in den vorangegangenen 24 Stunden um etwa 3,35% gefallen war.
Ethereum wird erwähnt
Lees Präsentation beschränkte sich nicht nur auf Bitcoin. Er hob auch Ethereum als potenzielle Infrastrukturebene für die Zukunft der Wall Street hervor und erklärte, dass die Blockchain für Tokenisierung, Abwicklung und breitere Finanzoperationen genutzt werden könnte.
Berichten zufolge sieht Lee wachsende Verbindungen zwischen Krypto-Netzwerken und traditionellem Finanzwesen, insbesondere da Institutionen nach schnelleren, programmierbaren Möglichkeiten suchen, Vermögenswerte zu bewegen und abzuwickeln. Ob sich diese Vision verwirklicht, bleibt abzuwarten. Doch der Kapitalfluss in Bitcoin-ETFs deutet darauf hin, dass zumindest ein Teil der Wall Street Krypto nicht mehr als Nebensache behandelt.

