Krieg in Nahost

Neue Angriffe im Iran-Krieg – Bemühungen um Deeskalation

29. März 2026, 22:04 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - Lenkwaffenzerstörer USS Thomas Hudner
Foto: U.S Navy/U.S. Navy/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa
Der Iran-Krieg geht in die fünfte Woche. (Archivbild)
Die USA und Israel liefern sich mit dem Iran wieder schweren Beschuss. Pakistan hat sich als Vermittler angeboten - die Erfolgschancen sind ungewiss.

Islamabad/Teheran/Tel Aviv (dpa) - Vier Wochen nach Kriegsbeginn setzen Israel und der Iran ihre heftigen gegenseitigen Angriffe fort. Die iranische Nachrichtenagentur Fars berichtete, Raketen seien in einem Wohngebiet südlich von Teheran eingeschlagen, dabei seien zehn Menschen ums Leben gekommen. Das israelische Militär bestätigte Angriffe in der iranischen Hauptstadt sowie anderen Gebieten in dem Land. Ziel sei Infrastruktur des iranischen Machtapparats gewesen, darunter Produktionsstätten von Raketen und Drohnen, hieß es. 

Das in den USA ansässigen Menschenrechtsnetzwerks HRANA schrieb, die Angriffe der vergangenen Tage auf den Iran seien die stärksten seit Kriegsbeginn gewesen.

Huthi mit in den Krieg eingetreten

Der Iran setzte derweil seine Raketenangriffe auf Israel fort. Ein Angriff galt nach Medienberichten der Wüstenstadt Dimona, die in der Nähe des israelischen Atomreaktors liegt. In dem Ort hatte es bei einem Angriff vor einer Woche Dutzende Verletzte und verheerende Zerstörungen in einem Wohngebiet gegeben. Auch im Großraum Tel Aviv sowie in Jerusalem gab es Raketenalarm. Auf Israels Norden flogen neben Raketen aus dem Iran erneut auch Geschosse aus dem Libanon.

Zudem hatten die Huthi-Miliz im Jemen Israel nach ihrem Eintritt in den Krieg an der Seite Teherans am Samstag innerhalb kurzer Zeit zweimal angegriffen - mit insgesamt drei Raketen und einer Drohne.

Pakistan bemüht sich um Deeskalation

Derweil kamen auf Einladung Pakistans die Außenminister Saudi-Arabiens, Ägyptens und der Türkei zu zweitägigen Gesprächen nach Islamabad. Sie sprachen am Sonntag über eine mögliche Deeskalation des Krieges. Pakistan teilt sich eine rund 900 Kilometer lange Grenze mit dem Iran und hat sich seit der Ausweitung des Krieges auf die Golfstaaten als Vermittler für eine mögliche Beendigung des Krieges angeboten.

Die Außenminister sollten auch Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif treffen. Dieser hatte nach eigenen Angaben in einem Telefonat mit Irans Präsidenten Massud Peseschkian «Pakistans starke Verurteilung der anhaltenden Angriffe Israels auf den Iran» bekräftigt. Zudem habe er ihn über Pakistans Bemühungen informiert, mit den USA, befreundeten Golfstaaten und weiteren islamischen Ländern einen Dialog und eine Deeskalation zu erleichtern. So tauscht Islamabad Botschaften zwischen den USA und dem Iran aus. 

Bald Gespräche in Islamabad?

Der pakistanische Außenminister, Ishaq Dar, teilte am Sonntagabend nach dem Treffen der Außenminister mit: «Pakistan wird es als Ehre empfinden, in den kommenden Tagen bedeutsame Gespräche zwischen den beiden Seiten auszurichten und zu ermöglichen, um eine umfassende und dauerhafte Beilegung des andauernden Konflikts zu erreichen.»

Pakistan sei sehr erfreut darüber, dass sowohl der Iran als auch die USA ihr Vertrauen in Pakistan als Vermittler bei diesen Gesprächen zum Ausdruck gebracht hätten. Auch China unterstütze uneingeschränkt Pakistans Initiative, Gespräche zwischen dem Iran und den USA zu veranstalten, hieß es weiter.

Nach Aussagen von Bundesaußenminister Johann Wadephul gibt es Vorbereitungen für ein direktes Treffen zwischen Vertretern der USA und Irans. Auch Wadephul nannte im Deutschlandfunk Pakistan als möglichen Ort für die Gespräche. Er sprach von «ersten Zeichen der Hoffnung, der Zuversicht».

Iran lässt pakistanische Schiffe durch Straße von Hormus

Der Iran lockerte für pakistanische Schiffe seine Blockade der für die Energieversorgung wichtigen Straße von Hormus. Der Schritt wurde von Beobachtern als vertrauensbildende Maßnahme im Rahmen der Vermittlungen zur Deeskalation im Nahen Osten gesehen. Seit Beginn der israelischen und US-amerikanischen Angriffe auf das Land vor vier Wochen blockiert der Iran die Meerenge, über die große Teile des Öl- und Gastransports laufen. Die Preise für diese Energieträger sind in der Folge stark gestiegen.

Weitere US-Marines im Nahen Osten - Pläne für Bodenoffensive

Die Ankunft weiterer US-Marinekräfte mit dem amphibischen Angriffsschiff «USS Tripoli» im Nahen Osten hatte Spekulationen über einen zeitnahen Bodeneinsatz angefacht. US-Außenminister Marco Rubio sagte nach den jüngsten G7-Gesprächen zwar, die eigenen Kriegsziele könnten ohne Bodentruppen erreicht werden. Kategorisch ausschließen wollte er deren Einsatz aber nicht. 

US-Medienberichten zufolge hat das US-Militär bereits Pläne für einen möglichen Einsatz am Boden vorbereitet. Er soll kombinierte Einsätze von Truppen der regulären Infanterie und Spezialeinheiten vorsehen, jedoch nicht als vollständige Invasion angelegt sein, wie die «Washington Post» unter Berufung auf US-Beamte berichtete. Für einen solchen Einsatz wären demnach mehrere Wochen eingeplant. Ob US-Präsident Donald Trump vorhat, die Pläne abzusegnen, war unklar.

Das israelische Militär will nach Darstellung eines Sprechers die iranische Waffenproduktion «in wenigen Tagen» weitgehend zerstört haben. Die Streitkräfte würden in diesem Zeitraum «die Angriffe auf alle wichtigen Komponenten der (iranischen) Militärindustrie abschließen», sagte Armeesprecher Effie Defrin am Samstagabend. «Das bedeutet, dass wir den Großteil der militärischen Produktionskapazitäten zerstören haben werden.»

Erneut Angriffe auf Golfstaaten

Unterdessen dauern die iranischen Gegenangriffe auch in anderen Ländern der Region an. Mehrere Golfstaaten meldeten erneut Schäden, darunter nach Angriffen auf ein Metallwerk in Abu Dhabi, bei dem es nach offiziellen Angaben auch mehrere Verletzte gab. Auch Katar, Kuwait und Saudi-Arabien meldeten neue Angriffe. In Kuwait zielten einige davon nach offiziellen Angaben auf das Umfeld des internationalen Flughafens und verursachten erhebliche Schäden am Radarsystem.

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29.03.2026 · 22:04 Uhr
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