Kampf der Giganten in der Chipbranche: ARM gegen Qualcomm
Inmitten einer angespannten Phase in der Halbleiterindustrie steht die Beziehung zwischen ARM Holdings und Qualcomm auf dem Prüfstand. Die beiden Unternehmen sind aufeinander angewiesen, dennoch zieht sich seit zwei Jahren ein Rechtsstreit über geistige Eigentumsrechte hin.
Diese Woche wird es vor Gericht ernst, und die Branche verfolgt die Entwicklung mit Argusaugen. Der Konflikt entzündete sich, als Qualcomm im Jahr 2022 das Startup Nuvia für 1,4 Milliarden Dollar übernahm. Der entscheidende Punkt: Nuvia war Inhaber einer nicht übertragbaren Lizenz für ARM-Technologien. Qualcomm nutzte diese Lizenz jedoch ohne ARMs Zustimmung weiter, was zu einem Streit führte, der seit sechs Monaten beide Unternehmen in Mitleidenschaft zieht.
Während Qualcomms Aktie um 29 % fiel, erlitt ARM einen dramatischen Kursverlust von bis zu 50 % im August. Im Zentrum des Streits steht ARMs Absicht, das Lizenzabkommen mit Qualcomm zu kündigen, wobei die Frist dafür in der kommenden Woche abläuft. Der Prozess könnte vor Ablauf dieser Frist enden.
Trotz der hitzigen Auseinandersetzung sehen beide Unternehmen Chancen zur Verbesserung. ARM, dessen Umsatzwachstum zuletzt stagnierte, erzielt 11 % seines Gesamtumsatzes durch Geschäfte mit Qualcomm. Eine Annulation des Lizenzabkommens würde einen erheblichen Einbruch bedeuten.
Qualcomm dagegen steht technologisch unter Druck, da die Lizenzierung entscheidend für die Entwicklung ihrer KI-Laptops und der Snapdragon-Chips ist. Für ARM wäre ein gewonnener Prozess ideal, um anschließend bessere Vertragsbedingungen auszuhandeln. Qualcomm könnte sich durch eine Fortsetzung der Nutzung von ARMs Technologie, möglicherweise zu höheren Kosten, absichern.
Die Diversifizierungsstrategie von Qualcomm bietet eine gewisse Beruhigung für Investoren, da das Unternehmen langfristig seine Abhängigkeit von ARM reduzieren könnte. Dies birgt ein erhebliches Risiko für ARM, weshalb ein baldiger Vergleich wahrscheinlich erscheint.

