Juni-Kurssturz bei Bitcoin: Ursachen, Marktauswirkungen und Ausblick

Der Bitcoin-Kurs erlebte im Juni einen der stärksten Rückgänge des Jahres, begleitet von erheblichem Verkaufsdruck. In den ersten fünf Tagen des Monats führten Kursverluste zu Long-Liquidationen im Wert von über $1,28 Milliarden, als die Preise in Richtung der kritischen $60.000-Marke fielen.
Ein bekannter Analyst erklärt, dass die Schwierigkeiten von Bitcoin Teil einer umfassenderen Risikoaversion an den US-Finanzmärkten sind. Die Turbulenzen begannen nach der Veröffentlichung stärker als erwarteter US-Arbeitsmarktdaten. Im Mai wurden 172.000 neue Arbeitsplätze geschaffen, deutlich über den Prognosen von 88.000. Obwohl steigende Beschäftigungszahlen normalerweise positiv bewertet werden, interpretierten Investoren den Bericht angesichts anhaltender Inflationsdrucke und hoher Energiepreise anders.
Der Analyst betont, dass der stärkere Arbeitsmarkt die Erwartungen verstärkte, dass die US-Notenbank eine restriktive Geldpolitik verfolgen könnte. Die Wahrscheinlichkeit zukünftiger Zinserhöhungen stieg von 40% auf 57%. Dies hatte Auswirkungen auf verschiedene Anlageklassen. Am 5. Juni wurden Berichten zufolge etwa $2,5 Billionen aus den großen Finanzmärkten ausgelöscht, darunter der S&P 500 ($1,14 Billionen), Nasdaq ($1,11 Billionen), Gold ($1 Billion), Silber ($280 Milliarden) und Bitcoin ($80 Milliarden).
Bitcoin bleibt trotz Rückgangs von übermäßiger Hebelwirkung bedroht
Neben makroökonomischen Faktoren hob der Analyst auch die übermäßige Hebelwirkung im Bitcoin-Markt hervor. Bemerkenswert ist, dass die Finanzierungsraten während des Rückgangs positiv blieben, was darauf hindeutet, dass Händler weiterhin Prämien zahlten, um Long-Positionen zu halten, obwohl die Preise fielen. Solche Bedingungen deuten oft auf eine übermäßige bullische Positionierung hin, bergen jedoch das Risiko erzwungener Liquidationen, falls der Rückgang anhält.
Gleichzeitig blieb das offene Interesse an Bitcoin hoch, wobei die 30-Tage-Veränderung des offenen Interesses am 3. Juni mit 14,1% ihren Höhepunkt erreichte und bis zum 6. Juni leicht auf 8,4% zurückging. Der Experte erklärt, dass diese Bewegung darauf hinweist, dass sich während des Rückgangs schnell Hebelwirkung angesammelt hatte, bevor sie abgebaut wurde.
In anderen Marktbereichen verzeichneten US-Bitcoin-Spot-ETFs wöchentliche Nettoabflüsse von etwa $1,40 Milliarden, was eine wichtige Nachfragequelle entfernte und zum Verkaufsdruck beitrug. Gleichzeitig stiegen die Zuflüsse zu den Börsen, da der durchschnittliche siebentägige Nettozufluss von Bitcoin am 2. Juni auf 10.200 BTC anstieg und dann auf etwa 6.200 BTC zurückging. Historisch gesehen sind steigende Börsenbestände oft mit erhöhter Verkaufsaktivität verbunden.
Bitcoin-Ausblick hängt von entscheidender $60.000-Unterstützung ab
Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung wird Bitcoin bei $61.593 gehandelt, was einem Anstieg von 1,95% im letzten Tag entspricht. Laut dem Analysten ist das entscheidende Marktniveau $60.000, das den aktuellen Zyklustiefpunkt darstellt. Es sei wichtig, dass mehrere Marktsegmente, wie ETF-Abflüsse, Börsenzuflüsse und der Futures-Markt, sich beruhigen, bevor ein Preisrutsch unter $60.000 erfolgt, um einen weiteren Kaskadeneffekt zu vermeiden.

