Juni 2023: Ein weiteres Kapitel extremer Witterung
Der diesjährige Juni setzte ein weiteres Ausrufezeichen in der Reihe der zu warmen Sommermonate der letzten Jahre. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat mit vorläufigen Daten von etwa 2.000 Messstationen bestätigt, dass alle Junimonate seit 2010 überdurchschnittlich warm ausfielen. Eine Spitzenposition in dieser Entwicklung nimmt auch die Juni-Sonnenscheindauer ein, bei der die Sonne ungewöhnlich lange präsent war: Mit circa 277 Sonnenstunden wurde das Soll der internationalen Referenzperiode von 1961 bis 1990 (203 Stunden) weit übertroffen. Verglichen mit der Periode 1991 bis 2020 (216 Stunden) entspricht dies einem Plus von beträchtlichen 28 Prozent. Besonders sonnig zeigte sich der Südwesten Deutschlands, der auf fast 300 Sonnenstunden kam.
Einhergehend mit dieser Sonne setzte sich auch die Hitzewelle fort. Die Durchschnittstemperatur des Juni lag nach den Berechnungen des Wetterdienstes bei 18,5 Grad Celsius, womit sie das Mittel der Referenzperiode 1961 bis 1990 (15,4 Grad) um 3,1 Grad überflügelte. Auch im Vergleich zur aktuelleren Periode 1991 bis 2020 (16,4 Grad) war ein bemerkenswerter Anstieg von 2,1 Grad zu verzeichnen. Besonders der Südwesten, speziell die Region um den Oberrhein, präsentierte sich als Hitzehochburg mit mehr als zehn Tagen über der 30-Grad-Marke.
Doch die ausgeprägte Sonneneinstrahlung und die Hitze hatten ihren Preis. Mit lediglich 61 Litern Niederschlag pro Quadratmeter blieb der Juni deutlich zu trocken und setzte damit eine Serie fort, die bereits im Februar begann. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961 bis 1990 betrug das Regenmanko fast ein Drittel, verglichen mit der moderneren Periode 1991 bis 2020 ein knappes Fünftel.

