Joachim Löw: «Gut, durch so ein Stahlbad zu gehen»

25. Juni 2010, 06:49 Uhr · Quelle: dpa
Johannesburg (dpa) - Joachim Löw äußerte sich erleichtert nach dem Einzug ins Achtelfinale der Fußball-Weltmeisterschaft. Aber der Druck geht weiter: «England ist ein besonderes Spiel für alle», sagte der Bundestrainer nach dem 1:0 am Mittwochabend gegen Ghana.

Herr Löw, wie erleichtert sind Sie nach dem Weiterkommen?

Löw: «Es war ein intensives Spiel. Bei uns hat man in manchen Phasen gemerkt, dass der Druck vorhanden war in einem Spiel mit vielen jungen Spielern, die ihre erste WM spielen. Aber wir haben dem Druck standgehalten. Wir haben in einer wichtigen Phase das Tor erzielt durch Mesut Özil. Nachdem er eine große Chance vergeben hatte, hat er mit aller Entschlossenheit den Ball im Tor versenkt.»

Was bedeutet dieser Sieg für den weiteren Turnierverlauf?

Löw: «Für so eine junge Mannschaft ist es gut, durch so ein Stahlbad zu gehen in einem Spiel um alles oder nichts. Wir freuen uns jetzt auf das Spiel gegen England. Das ist immer etwas ganz Besonderes. Es lebt ja auch von der Geschichte, da könnte man viele Dinge erzählen. Das ist ein besonderes Spiel für alle.»

Warum haben Sie Jérome Boateng für Badstuber ins Team genommen?

Löw: «Ghana hatte drei unglaublich schnelle Spieler vorne. Da war es wichtig, Boateng mit seiner Schnelligkeit in der Abwehr zu haben. Er ist auf den ersten zehn, 15 Metern sehr schnell. In der Defensive hat er das gut gemacht. Ich konnte nicht erwarten, dass er in der Offensive viele Akzente setzt.»

Sie haben den großen Druck angesprochen. Wird es jetzt leichter oder muss man befürchten, dass es so weitergeht?

Löw: «Also, befürchten muss man mal gar nichts. Dass diese junge Mannschaft in solchen Spielen einmal nicht den ganz großen Rhythmus im spielerischen Bereich findet, hat man in Turnieren auch schon mit ganz erfahrenen Mannschaften erlebt. Das erlebt England, das erlebt Frankreich, das erlebt Italien. Das erleben Mannschaften, die mit Erfahrung und mit Klassespielern gespickt sind, die permanent in der Champions League spielen. Hätten wir mit der frühen Chance von Mesut Özil das 1:0 gemacht, hätte das Spiel in ruhigeren Bahnen verlaufen können. Aber wir haben uns gegen den Druck gewehrt, haben uns dagegen gestemmt. Wir sind Gruppenerster, das ist wichtig.»

Wie schätzen Sie die Engländer ein?

Löw: «Man erlebt, dass Mannschaften erst im Verlaufe eines Turniers auf Touren kommen. Auch wenn England bislang nicht die allerbeste Form gezeigt hat - diese Mannschaft ist mit hervorragenden Spielern besetzt, ob Gerrard, Lampard, Cole und natürlich Rooney. Diese Mannschaft ist brandgefährlich.»

Wayne Rooney ist noch nicht viel gelungen. Ein Glück?

Löw: «Bei Wayne Rooney weiß man, dass er explodieren kann. Dieser Mann ist zu allem fähig. Er hat in der Premier League unheimlich viele Tore gemacht. Er ist nur schwer zu kontrollieren. Da wird unsere Abwehr vor eine große Aufgabe gestellt.»

Stichwort Abwehr: Was ist mit Per Mertesacker los?

Löw: «Sagen wir mal so: Ihm ist der eine oder andere Ball weggesprungen, beim Klären sah er in der ersten Hälfte unglücklich aus. Aber ich bin der Meinung, dass die Innenverteidiger schon auch einige Duelle gewonnen haben, Arne Friedrich fast jedes. Ihn habe ich sehr gut gesehen, er gab uns den Halt. Bei Per Mertesacker weiß man, dass er in solchen Spielen wichtig ist. Und gerade auch, wenn es gegen starke Gegner geht, die viel Druck machen und mit Flanken operieren, ist Mertesacker stark hinten.»

Wie haben Sie sich gefühlt, wie war der Druck für Sie?

Löw: «Ich war ruhiger als gegen Serbien. Ich war mir sicher, dass die Mannschaft die Kraft hat, das Spiel zu gewinnen. Ich hatte in den vergangenen Tagen beim Team die Sicherheit gesehen, wir werden das Spiel gewinnen, egal wie. Man hat auch gesehen, dass Ghana unter Druck nicht über seine Grenzen gehen kann.»

Ist die Blockade jetzt gelöst, kann man ab jetzt frei aufspielen?

Löw: «Befreit aufspielen? Völlig befreit aufspielen kann man bei einem Turnier nie. Bei einer WM ist jedes Spiel mit Druck behaftet. Es war mir vor Turnierbeginn klar, dass es mit den vielen jungen Spielern nicht immer einfach wird. Selbstverständlich wird auch gegen England eine Drucksituation vorhanden sein. Das ist ein K.o.-Spiel, da herrscht nicht völlige Befreiung. Aber ich denke, dass wir immer besser mit dieser Situation umgehen.»

Fußball / WM / Deutschland / Ghana
25.06.2010 · 06:49 Uhr
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