Jemen: Separatisten planen Referendum zur Unabhängigkeit des Südens
Inmitten der anhaltenden Konflikte im Jemen strebt der Südliche Übergangsrat (STC) eine Volksabstimmung über die Selbstbestimmung des Südens des Landes an. Die geplante Abstimmung soll auf eine zweijährige Übergangsphase folgen, wie der Vorsitzende des STC, Aidarus al-Subaidi, in einer Fernsehrede ankündigte. Ziel des Referendums ist es, den Bürgern des Südens zu ermöglichen, über ihre politische Zukunft zu entscheiden, wobei al-Subaidi diesen Prozess als "verantwortungsvollen Schritt" zur Wiederherstellung eines unabhängigen südjemenitischen Staates beschreibt. Angesichts der geopolitischen Brisanz wird die Abstimmung unter internationaler Beobachtung stattfinden, um deren friedlichen und transparenten Ablauf sicherzustellen.
Der seit 2014 tobende Bürgerkrieg im Jemen gewinnt dabei an Intensität. Ursprünglich hatten der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC und die von Saudi-Arabien geförderte jemenitische Regierung gemeinsam gegen die vom Iran unterstützten Huthi-Rebellen gekämpft, welche weite Teile des Nordens, inklusive der Hauptstadt Sanaa, beherrschen. Doch mittlerweile verfolgen die Emirate im Konflikt eigene strategische Interessen und unterstützen seit geraumer Zeit die STC-Separatisten, die jüngst strategisch bedeutende Gebiete erobert haben, sodass Saudi-Arabien verstärkt unter Druck geriet.
Am Dienstag kam es zu einem kritischen Vorfall zwischen den bisher verbündeten Parteien, als eine von Saudi-Arabien geführte Allianz den Hafen von Mukalla angriff. Dabei warf Riad den Emiraten vor, Waffenlieferungen an die STC-Separatisten zu unterstützen, was Abu Dhabi nachdrücklich dementierte. Die STC verfolgt seit Jahren die Abspaltung südlicher und östlicher Landesteile und die langanhaltende Teilung, die bis zur Wiedervereinigung 1990 bestand, zu erneuern.
Die Entwicklung eines unabhängigen Südjemens könnte die Spannungen und die Konkurrenz zwischen den Vereinigten Arabischen Emiraten und Saudi-Arabien, insbesondere im Hinblick auf strategische Häfen und Handelsrouten, weiter verschärfen. Al-Subaidi ruft deshalb die internationale Gemeinschaft auf, den Dialog zwischen dem Süden und dem Norden während der Übergangsphase zu fördern, um langanhaltende Stabilität in der Region zu schaffen.

