Südjemen: Separatisten streben Volksreferendum zur Selbstbestimmung an
Der politische Konflikt im Jemen spitzt sich mit der Ankündigung eines Volksreferendums durch die Separatisten des Südlichen Übergangsrats (STC) weiter zu. Laut Aidarus al-Subaidi, dem Vorsitzenden des STC, soll das Referendum den Bewohnern des Südens eine zweijährige Übergangsfrist gönnen, um über ihre politische Zukunft frei zu entscheiden. Dabei liegt das Ziel auf der Wiederherstellung eines unabhängigen südjemenitischen Staates. Für den Führungskreis des STC ist ein solcher Schritt "verantwortungsvoll", wobei der Fokus auf einer gewaltfreien und transparenten Abstimmung liegt, die von internationalen Experten überwacht werden soll.
Währenddessen mahnt die jemenitische Regierung die STC-Anhänger zur Niederlegung der Waffen, um weiteres Blutvergießen zu vermeiden. Der Bürgerkrieg, der das Land seit 2014 spaltet, ist jüngst weiter eskaliert. Die ursprünglich gegen die Huthi-Rebellen verbündeten Kräfte – der von den Vereinigten Arabischen Emiraten unterstützte STC und die von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierung – sind aneinandergeraten. Im Zentrum dieser Spannungen stehen rivalisierende geopolitische Interessen der Emirate und Saudi-Arabiens.
Ein Luftangriff auf den Hafen von Mukalla durch ein von Saudi-Arabien angeführtes Militärbündnis zeigt die brüchige Allianz, da Saudi-Arabien den Emiraten vorwirft, dort Waffenlieferungen an die Separatisten zu organisieren – ein Vorwurf, den Abu Dhabi unverzüglich zurückwies. Das Streben des STC nach Unabhängigkeit der südlichen und östlichen Landesteile könnte die ohnehin strittige Region weiter destabilisieren. Al-Subaidi appelliert an die internationale Gemeinschaft, den Dialog zwischen Nord- und Südjemen während dieser kritischen Übergangsphase zu fördern. Die fragile Regierung stützt sich maßgeblich auf den Einfluss Saudi-Arabiens und reagiert mit einem Appell zur Verringerung der Gewalt, wie die jemenitische Agentur Saba berichtet. Sie beruft sich auf Ratsvorsitzenden Raschid al-Alimi, der die Waffenabgabe der STC-Anhänger fordert, um den Weg für friedliche Lösungsansätze zu ebnen.

