Japans Zentralbank geht behutsam vor: ETF-Verkäufe geplant, keine Markt-Turbulenzen erwartet
Die Bank of Japan (BOJ) plant einen langfristigen Abbau ihres massiven ETF-Bestands, der den japanischen Aktienmarkt seit Jahren beeinflusst. Trotz eines anfänglichen Kursrückgangs aufgrund der Ankündigung, ihre Aktienbestände im Wert von 75 Billionen Yen abzubauen, erholten sich die Märkte rasch. Die geplante schrittweise Reduzierung von rund 620 Milliarden Yen pro Jahr beruhigte die Anleger, die sich über die jahrelangen Käufe der BOJ gewundert hatten.
In einer Woche, in der der Nikkei-225 und der Topix-Index neue Allzeithochs erreichten, bewies der Markt erneut seine Robustheit. Nachdem der Ausstieg aus negativen Zinssätzen 2024 bewältigt wurde, und die Widerstandsfähigkeit gegenüber US-Zöllen erneut sichtbar wurde, ist das Vertrauen in den japanischen Markt ungebrochen. Am Montag führten japanische Aktien die Gewinne in Asien an – der Nikkei stieg um 1,5% und der Topix um 0,9% während der Morgensitzung.
Seiichi Suzuki, Chefanalyst bei Tokai Tokyo Intelligence Laboratory, bemerkte die Akzeptanz des Zeitrahmens der Verkäufe. Dies deutet laut globalen Investoren auf eine begrenzte Marktauswirkung hin. Japanische Aktien, mit ihren im Vergleich zu den USA niedrigeren Bewertungen, profitieren zusätzlich von Reformen zur Unternehmensführung, die Buybacks und M&A-Aktivitäten ankurbeln.
Die ETF-Verkäufe der BOJ könnten bereits Anfang nächsten Jahres beginnen. Der Markt sieht sich bis dahin möglichen Unsicherheiten durch den Führungswechsel der liberaldemokratischen Partei und wirtschaftliche Risiken durch Zölle gegenüber. Die BOJ besitzt etwa 7% der japanischen Aktien durch ETFs, daher sind die Verkäufe mit Bedacht zu planen, um Marktverwerfungen zu vermeiden.
Kohei Onishi von Mitsubishi UFJ Morgan Stanley Securities ist der Meinung, dass der Abbau leicht absorbiert werden kann, da japanische Unternehmen unter Druck sind, eigene Aktien zurückzukaufen. Anleger beobachten gespannt die Auswirkungen des ETF-Verkaufs auf schwergewichtige Aktien wie Fast Retailing und SoftBank Group, die zuletzt gemischte Reaktionen zeigten. Die BOJ hatte ursprünglich in ETFs des Nikkei investiert, wechselte jedoch 2021 zu denen des Topix, um die Märkte weniger zu verzerren.
Die Aufteilung beträgt etwa 17 Billionen Yen in Nikkei-ETFs und 51,2 Billionen Yen in Topix-ETFs. Trotz kurzzeitigem Stress, glaubt die Analystin Anna Wu von VanEck Associates, wird der Markt stabil bleiben, insbesondere wenn der neue Premierminister wirtschaftsfreundlich handelt und ausländische Investitionen fortgesetzt werden.

