Japan-USA-Zollabkommen beflügelt deutsche Börse: Hoffnungsschimmer für EU-Verhandlungen
Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch neuen Rückenwind erhalten, nachdem ein Zoll-Abkommen zwischen den USA und Japan verkündet wurde. Marktanalyst Jochen Stanzl von CMC Markets stellte fest, dass Japan in letzter Sekunde eine Einigung mit den USA erzielt hat. Dieses Abkommen mit Trump sei ein Zeichen, dass sich Geduld in den Verhandlungen auszahlen kann.
Händler in Frankfurt hoffen nun, dass das Abkommen als Vorlage für einen ähnlichen Deal zwischen den USA und der Europäischen Union dienen könnte. Diese optimistische Aussicht beförderte den Dax bis zum frühen Nachmittag um 0,55 Prozent auf 24.175 Punkte, nachdem er kurzfristig sogar bis zu 1,1 Prozent gestiegen war. Dennoch mahnte Marktexperte Andreas Lipkow zur Vorsicht, denn die anfangs große Euphorie sei mittlerweile abgeebbt. Er betonte, dass klare Fakten entscheidend werden, da es oft die Details sind, die Probleme bereiten können.
Die Einigung zwischen den USA und Japan führt dazu, dass japanische Autos und Autoteile mit einem geringeren Importzoll von 15 Prozent belegt werden. Diese Aussicht erfreut auch hiesige Investoren, die nun auf ähnlich friedliche Verhandlungen zwischen der EU und den USA hoffen. Dies führte dazu, dass Hersteller wie BMW, Mercedes-Benz, Volkswagen und Porsche AG im Dax zwischen 4,2 und 5,9 Prozent zulegten.
Auch Lkw-Produzenten profitierten von der positiven Stimmung um die Automobilbranche: Daimler Truck zog um 5,5 Prozent und Traton um 6,5 Prozent an. Am unteren Ende des Dax fand sich SAP wieder, dessen Aktien um 3,8 Prozent fielen, nachdem der Softwarehersteller seine Jahresziele lediglich bestätigte und somit die Erwartungen der Marktteilnehmer dämpfte.
Aktien von Infineon litten unterdessen weiter und verloren 2,5 Prozent, beeinflusst durch pessimistische Prognosen von NXP Semiconductors und negative Signale von Texas Instruments und ASM International. Auf der anderen Seite des Spektrums stiegen im SDax die Aktien von MBB um gut sechs Prozent nach erfreulichen Halbjahreszahlen, besonders durch Erfolge im Infrastrukturbereich mit Friedrich Vorwerk. Auch Friedrich Vorwerk selber konnte positiv überraschen und hob nach einem starken Halbjahr seine Jahresziele an, was ebenfalls zu einem Zuwachs der Aktien um über sechs Prozent führte.

