Jan van Aken kritisiert USA-fokussierte Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt
Linken-Chef Jan van Aken stellt die Rolle der USA in Frage, wenn es um die Suche nach einer Friedenslösung im Ukraine-Konflikt geht. Im ARD-'Sommerinterview' äußerte er seine Zweifel an der Strategie von Bundeskanzler Friedrich Merz, der auf die Unterstützung der USA bei den jüngsten Verhandlungen am Alaska-Gipfel zwischen US-Präsident Donald Trump und Kremlchef Wladimir Putin setzt.
Van Aken argumentiert, die Annahme, die USA seien weiterhin ein verlässlicher Partner bei der Unterstützung der Ukraine, sei ein Trugschluss. Er betont die Notwendigkeit für die Ukraine, sich von der Abhängigkeit von den USA zu lösen, besonders angesichts der Treffen von Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington.
Besorgt zeigt sich van Aken über Trumps Umgang mit Verhandlungen, bei denen zu leichtfertig über Gebietsabtretungen gesprochen werde. Als ehemaliger UN-Waffeninspektor weist er darauf hin, dass in Friedensgesprächen festgelegte Positionen im Vorfeld nicht preisgegeben werden sollten.
Die Bezeichnung des Alaska-Gipfels als Friedensgespräche lehnt van Aken ab. Solange die Ukraine nicht direkt an den Verhandlungen teilnehme, handele es sich eher um Absprachen zwischen anderen Mächten. Der eigentliche Beginn von Friedensverhandlungen setze die direkte Teilnahme beider Konfliktparteien voraus.
Abschließend mahnt van Aken die Bundesregierung, entschlossener gegen die russische Schattenflotte vorzugehen, die durch deutsche Gewässer russisches Öl transportiert und damit die russische Kriegskasse speist.

