Jahresziele senken Stimmung: Cancom stürzt ab und zieht Bechtle mit
Der IT-Dienstleister Cancom sorgte am Freitag für turbulente Zeiten an der Börse, als die Senkung seiner Jahresziele die Aktienmärkte aufschreckte. Die Aktie erlebte einen dramatischen Kursverfall und notierte als einer der schwächsten Werte im SDax mit einem Minus von 14,6 Prozent bei 22,00 Euro. Zwischenzeitlich fiel der Wert sogar auf 20,30 Euro und erreichte damit den tiefsten Stand seit November 2016.
Cancoms enttäuschendes erstes Halbjahr führte zu einer vorsichtigen Prognose für 2025. Umsatz und Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bleiben hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Anleger hatten sich Hoffnungen gemacht, dass das Unternehmen von staatlichen Infrastrukturprogrammen profitieren könnte, doch die Realität sieht anders aus.
Analysten von Deutsche Bank Research, MWB Research und Warburg Research reagierten prompt auf diese Entwicklungen. Andreas Wolf von Warburg Research unterstrich die anhaltende Schwäche im deutschen Mittelstand und die schleppende Nachfrage des öffentlichen Sektors. Dies, so Wolf, spiegelt die Investitionszurückhaltung wider, die auch andere Branchenkollegen zu spüren bekommen.
Trotz dieser Herausforderungen behielt Warburg Research sein "Hold"-Rating bei, senkte jedoch das Kursziel von 28 auf 25 Euro. Deutsche Bank-Experte Lars Vom-Cleff erwartet sinkende Konsensschätzungen im niedrigen zweistelligen Prozentbereich, bleibt seiner "Buy"-Empfehlung treu und reduziert das Kursziel um 2 auf 35 Euro.
Auch Bechtle wurde von Cancoms Schwierigkeiten in Mitleidenschaft gezogen und verzeichnete einen Kursrückgang von 5,7 Prozent auf 36,04 Euro. Trotz des schwachen zweiten Quartals sieht Warburg-Experte Wolf das Unternehmen jedoch gut aufgestellt, um von digitalen Trends und steigenden Ausgaben im öffentlichen Sektor zu profitieren.
Diese Entwicklungen drückten den MDax um fast 2 Prozent nach unten, wobei Bechtle zu den stärksten Verlierern im Index der mittelgroßen Werte zählte.

