Italienische Expansionspläne stoßen auf Widerstand in Berlin
Die jüngsten Expansionsbestrebungen der Unicredit stoßen auf deutliche Kritik aus Berlin. Die Bundesregierung zeigte sich unzufrieden mit den unilateralen Schritten der italienischen Großbank, die ihren Anteil an der Commerzbank signifikant erhöht hat. Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums erklärte, dass man das Vorgehen der Unicredit als unfreundlich und nicht abgestimmt betrachte. Der Bund bleibe fest in seiner Unterstützung der Commerzbank als eigenständige Institution und habe dies der Unicredit gegenüber bereits mehrfach betont. Ein Verkauf der staatlichen Anteile sei daher ausgeschlossen.
Unicredit hat ihren direkten Anteil an der Commerzbank auf rund 26 Prozent gesteigert und plant, durch die Umwandlung verbleibender Finanzinstrumente den Anteil auf 29 Prozent auszuweiten. Sollte die Beteiligung die Schwelle von 30 Prozent überschreiten, müsste Unicredit laut Gesetz ein Übernahmeangebot für die restlichen Anteile unterbreiten. Der deutsche Staat, der während der Finanzkrise 2008/2009 eingriff und die Commerzbank stabilisierte, hält aktuell rund 12 Prozent der Aktien.

