Israels Wirtschaft am Scheideweg: Der kostspielige Schatten des Krieges
Der andauernde Konflikt Israels mit den militant agierenden Gruppen Hamas und Hisbollah zieht nicht nur menschliches Leid nach sich, sondern belastet auch die nationale Wirtschaft erheblich. Die militärausgaben steigen unaufhaltsam und die Wirtschaft wächst stockend, insbesondere in gefährlichen Grenzgebieten, aus denen Menschen evakuiert wurden. Ökonomen prognostizieren eine Verringerung der Investitionen und steigende Steuern, da die militärischen Belastungen den Staatshaushalt belasten und Entscheidungen zwischen Sozial- und Rüstungsausgaben notwendig machen.
Die monatlichen Rüstungsausgaben Israels sind sprunghaft angestiegen. Laut dem Stockholm International Peace Research Institute stiegen sie von 1,8 Milliarden Dollar vor Beginn der Angriffe im Oktober 2023 auf rund 4,7 Milliarden Dollar am Ende des vergangenen Jahres. Insgesamt beliefen sich die Militärausgaben 2022 auf 27,5 Milliarden Dollar und rangierten damit weltweit auf Platz 15. Ein erheblicher Teil der jährlichen Wirtschaftsleistung fließt in die Rüstung, verglichen mit weitaus kleineren Quoten in Ländern wie den USA oder Deutschland.
Die Wirtschaft Israels erlebte nach den Angriffen von Hamas einen erheblichen Einbruch mit einem Rückgang des Wirtschaftswachstums um 5,6 Prozent, bevor eine partielle Erholung folgte. Doch die wirtschaftlichen Folgen in Gaza und dem Westjordanland sind noch verheerender: Massive Arbeitslosigkeit und wirtschaftlicher Stillstand prägen das Bild.
Ein weiteres Problem ist das große personelle Engagement der israelischen Armee, da Einberufungen und Verlängerungen des Wehrdienstes den Arbeitsmarkt belasten. Auch der Tourismus leidet unter den anhaltenden Sicherheitsbedenken. Moody's hat kürzlich die Kreditwürdigkeit Israels herabgestuft, was auf Bedenken bezüglich der anhaltend offenen Situation zurückzuführen ist. Trotzdem bleibt die israelische Wirtschaft stabil, unterstützt durch eine diversifizierte Ökonomie und ein starkes Technologie-Segment.
Der amerikanische Einfluss spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle: Die USA haben ihre Militärhilfe für Israel erheblich ausgeweitet. Jüngste Zusagen belaufen sich auf Rekordhöhen und könnten Israel in Form von ungenutzten Kreditgarantien zusätzlich stützen.
Um zukunftsfähige Lösungen zu finden, hat die israelische Regierung eine Kommission unter der Leitung von Jacob Nagel einberufen. Diese soll Empfehlungen zur künftigen Verteidigungsstrategie ausarbeiten. Dabei sind unter anderem Steuererhöhungen und Kürzungen bei Sozialausgaben im Gespräch, um die wirtschaftliche Erholung nach dem Krieg zu sichern.

