Israel und Iran zollen Trump Respekt – Waffenruhe hält vorerst, Märkte atmen auf
Nur Stunden nach chaotischen Gefechten respektieren Israel und Iran überraschend die von US-Präsident Donald Trump vermittelte Feuerpause – trotz anfänglicher Verstöße beider Seiten. Während Israels Premier Benjamin Netanyahu eine Radarstellung bei Teheran zerstören ließ, schlugen iranische Raketen bis kurz nach Inkrafttreten der Waffenruhe ein. Trump reagierte auf seinem Truth Social zunächst wütend: „DO NOT DROP THOSE BOMBS – MAJOR VIOLATION!“
Die angespannte Lage beruhigte sich jedoch rasch. Nach einem erneuten Telefonat mit Netanyahu lenkte Trump ein und erklärte, er rechne fest damit, dass der Waffenstillstand halte. Beide Seiten hätten „lange so hart gekämpft, dass sie selbst nicht mehr wüssten, was sie tun“, polterte er vor seiner Abreise zum NATO-Gipfel in Den Haag. Am Nachmittag betonte er dann, jetzt sei „PEACE abroad“ geschafft – Zeit, sich um innenpolitische Themen zu kümmern.
Die Börsen reagierten prompt: Der Brent-Preis fiel um fast 5 % auf 68,18 $ pro Barrel, nachdem klar wurde, dass Irans Raketenangriff auf die US-Basis Al Udeid in Katar vor allem Symbolpolitik war – ohne Todesopfer oder größere Schäden. Händler werteten dies als Signal, dass Teheran keine Eskalation mit Washington anstrebt, sondern den Konflikt mit Israel begrenzen will.
Hinter den Kulissen bleibt die Waffenruhe jedoch brüchig. Israels Militär hatte seit Mitte Juni gezielt Nuklear- und Raketenziele in Iran attackiert, um Teherans Atomprogramm zu stoppen. Wie stark Irans Uranvorräte beschädigt wurden, ist unklar. Analysten in Tel Aviv warnen bereits: „Iran wird weder seine konventionelle Aufrüstung noch sein Atomprogramm aufgeben“, so Sicherheitsexperte Danny Citrinowicz.
Ein hoher US-Regierungsbeamter bestätigte, dass Trump den Deal mit Netanyahu direkt verhandelte, während Vizepräsident JD Vance und Außenminister Marco Rubio parallel mit Teheran sondierten. Die iranische Revolutionsgarde IRGC meldete, man habe noch „in den letzten Minuten vor der Feuerpause“ 14 Raketen abgeschossen – als Vergeltung für getötete Soldaten.
Nach offiziellen Angaben starben bisher 606 Menschen in Iran, während Israels Rettungsdienste 28 Tote durch iranische Angriffe zählen, darunter vier allein am Dienstagmorgen. Trotz dieser Bilanz glaubt Trump an eine dauerhafte Beruhigung und gestattet China, weiterhin iranisches Öl zu importieren – eine Geste, die Peking sogleich als Beitrag zu einem „echten Waffenstillstand“ wertete.

