IonQ: Quantensprung zu alten Höhen
Das US-amerikanische Quantencomputing-Start-up IonQ hat seine Investoren in den vergangenen drei Jahren auf eine turbulente Achterbahnfahrt mitgenommen. Nach dem Börsendebüt über eine Fusion mit einer sogenannten Special Purpose Acquisition Company (SPAC) am 1. Oktober 2021 schoss die Aktie zunächst auf 10,60 US-Dollar in die Höhe. Bereits im darauffolgenden Monat erreichte der Kurs mit 31 US-Dollar einen zwischenzeitlichen Höchststand, fiel jedoch bis Dezember 2022 auf rund 3 US-Dollar ab.
Wie viele andere durch SPACs an die Börse gebrachte Start-ups enttäuschte IonQ seine Anleger mit verfehlten Planzielen und hohen Verlusten. Der Rücktritt eines Mitgründers und Chef-Wissenschaftlers sowie beunruhigende Vorwürfe eines bekannten Leerverkäufers sorgten für zusätzliche Unsicherheiten.
Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute notiert die IonQ-Aktie auf einem Rekordhoch von knapp 33 US-Dollar. Wer zum historischen Tiefpunkt vor zwei Jahren 10.000 US-Dollar investiert hätte, könnte sich nun über einen Wertzuwachs auf etwa 110.000 US-Dollar freuen. Welche Faktoren haben zu diesem Comeback geführt und lohnt sich ein Einstieg trotz des enormen Kurssprungs?
IonQ setzt auf die Entwicklung von „gefangenen Ionen“, einer Technologie, die die Breite einer Durchschnitts-Quantenrecheneinheit von mehreren Fuß auf wenige Zoll reduziert. Diese Miniaturisierung könnte in Zukunft die Quantencomputer kleiner, kostengünstiger und präziser machen. Zu den Hauptkunden zählen große Regierungsorganisationen, wie das Forschungslabor der US-Luftwaffe, sowie führende Universitäten.
IonQ bietet dabei drei Hauptprodukte an: das fortschrittliche Aria-Quanten-System, das kommerziell ausgerichtete Forte-System und das lokal installierbare Forte Enterprise-System. Zudem offeriert IonQ seine Quantenrechenkraft auch als Cloud-basierten Service, um Kunden den aufwendigen Aufbau eigener Systeme zu ersparen.
Unternehmen, die durch traditionelle Börsengänge an die Öffentlichkeit gehen, dürfen in ihren S-1-Berichten keine langfristigen Umsatz- und Gewinnprognosen abgeben. SPAC-gestützte Unternehmen hingegen dürfen dies, sodass es oft zu überzogenen Versprechen kommt. Auch IonQ konnte die im Vorfeld der Fusion für die Jahre 2021 bis 2023 gesteckten Erwartungen nicht erfüllen.

