Rheinmetall stärkt Marinekompetenzen durch Zukauf von NVL

Der Düsseldorfer Rüstungskonzern Rheinmetall hat grünes Licht von der Europäischen Kommission erhalten: Die Übernahme der Marinesparte Naval Vessels Lürssen (NVL) der Bremer Werftengruppe Lürssen ist genehmigt. Diese strategische Entscheidung erweitert Rheinmetalls Portfolio um die Marine-Schiffbaukapazitäten, zu denen auch die renommierten Werften Blohm+Voss im Hamburger Hafen zählen. Die Europäische Kommission sieht keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken bei der Fusion, da die Auswirkungen auf die Marktstruktur als begrenzt gelten.
Das Kerngeschäft der Transaktion liegt im Bereich Überwasserschiffe und den dazugehörigen Dienstleistungen im Verteidigungsbereich, so die Wettbewerbshüter. Rheinmetall, bisher ohne eigene Schiffbauaktivitäten, aber mit etablierten Geschäftsfeldern in der Marinetechnik wie Schiffsgeschützen und Lasermodulen, strebt mit diesem Schritt eine Diversifikation an.
Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen vereinbart. Die private Lürssen-Gruppe hatte im Oktober 2021 ihre Geschäftsbereiche in die Marinesparte NVL und eine Jachtsparte aufgeteilt. NVL konzentriert sich auf den Bau von Marine- und Behördenschiffen und betreibt vier bedeutende werfttechnische Standorte in Deutschland, darunter die Peene-Werft in Wolgast sowie internationale Niederlassungen in Bulgarien, Kroatien, Ägypten und Brunei.

