Japans Exporte: Chipnachfrage treibt überraschend starkes Wachstum im Januar
Japans Exporte verzeichneten im Januar dank einer starken Nachfrage nach Chips, angestoßen durch den KI-Boom, einen unerwartet deutlichen Anstieg. Die Ausfuhren erhöhten sich um fast 17 Prozent auf nahezu 9,2 Billionen Yen (ca. 51 Milliarden Euro), wie das japanische Finanzministerium am Mittwoch in Tokio mitteilte. Dieser Anstieg markiert den stärksten seit über drei Jahren, während Experten von Bloomberg lediglich von einem Plus von 13 Prozent ausgegangen waren.
Besonders bemerkenswert war der Zuwachs der Exporte nach China, die, angetrieben durch die stark gestiegenen Chiplieferungen, um fast ein Drittel auf rund 1,55 Billionen Yen kletterten. Demgegenüber gingen die Ausfuhren in die USA zurück. Die Belastungen durch US-Zölle, die besonders Automobilhersteller wie Toyota betreffen, führten zu einem Rückgang um fünf Prozent auf 1,46 Billionen Yen.
Während die Importe im Januar um 2,5 Prozent sanken, hatten Analysten einen Anstieg prognostiziert. Das Handelsbilanzdefizit belief sich auf 1,2 Billionen Yen und war damit nur halb so hoch wie erwartet. Bereinigt um saisonale Effekte zeigt sich sogar ein unerwarteter Überschuss von 456 Milliarden Yen, der höchste seit Anfang 2021.
Jedoch könne aus diesen Handelsdaten kein bedeutender neuer Trend abgeleitet werden, kommentierte Kelvin Lam, Volkswirt bei Pantheon Macroeconomics. Das Exportbild zu Beginn des Jahres 2026 bleibe weitgehend unverändert. Der Einfluss höherer US-Importzölle zeigt sich weiterhin bei den gedämpften Exporten von Automobilen und eisenhaltigen Metallen.
Lam vermutet, dass der Anstieg des Exportwachstums im Januar hauptsächlich auf die saisonale Nachfrage während des Mondneujahrs in einigen Ländern zurückzuführen ist. Daher sei der zweistellige Anstieg der Ausfuhren wahrscheinlich nicht von Dauer.
In Tokio bewirkten die Handelsdaten eine Erholung des japanischen Leitindex Nikkei-225 von seinen jüngsten Verlusten. Der Yen zeigte nur eine kurzzeitige positive Reaktion auf die Nachrichten.

