InXile-Chef Brian Fargo nennt Clockwork Revolution das ambitionierteste Projekt des Studios
Wenn Brian Fargo, der Mann hinter legendären Studios wie Interplay und inXile, von einem Spiel als dem „ambitioniertesten Projekt, wahrscheinlich um den Faktor 10“ spricht, sollten sich RPG-Fans hinsetzen und zuhören. Clockwork Revolution, das mysteriöse Steampunk-Abenteuer, das seit seiner Ankündigung für Spekulationen sorgt, entpuppt sich nicht nur als technisches Mammutprojekt – es vereint auch eine illustre Riege von Veteranen, die einst Arcanum und Dishonored prägten. Doch was macht dieses Spiel so besonders, dass selbst Fargo es als komplexer bezeichnet als alles, woran er je gearbeitet hat?
Steampunk in der DNA: Arcanum-Veteranen kehren zurück
Wer sich an Arcanum: Of Steamworks and Magick Obscura erinnert, weiß, dass dieses Spiel bis heute als Kult-Klassiker gilt – eine einzigartige Verschmelzung von Magie und Dampfkraft, die nie wirklich eine würdige Fortsetzung fand. Nun holt inXile genau die Köpfe zurück, die damals bei Troika Games Geschichte schrieben: Game Director Chad Moore und Principal Designer Jason Anderson. Brian Fargo schwärmt: „Steampunk steckt in ihrer DNA.“ Damit macht inXile deutlich, dass Clockwork Revolution kein oberflächlicher Genre-Ausflug werden soll, sondern eine Liebeserklärung an ein Setting, das in modernen Rollenspielen sträflich vernachlässigt wurde. Fargo selbst wollte schon immer ein Steampunk-RPG machen – und mit diesem Team hat er endlich die Möglichkeit dazu. Die Rekrutierung eines Schlüsselkünstlers von Dishonored verstärkt zudem die visuelle Verwandtschaft zu Arkanes Meisterwerk, doch Fargo betont, dass diese Ähnlichkeiten eher glücklicher Zufall als bewusste Nachahmung sind. „Wenn Spieler Vibes von Dishonored oder Prince of Persia aufschnappen, sind wir in guter Gesellschaft – aber wir streben danach, dass Clockwork Revolution seine eigene Definition von Zeitreise und Reaktivität wird.“
Zeitreise als Spielmechanik: Komplexität in der ersten Person
Das eigentliche Kernstück von Clockwork Revolution ist die Zeitreise-Mechanik, die weit über simples Zurückspulen hinausgehen soll. InXile will die „Reaktivität aus isometrischen Titeln“ – für die das Studio mit Wasteland 2 und 3 bekannt ist – in ein First-Person-Erlebnis überführen. Das bedeutet: Jede Entscheidung, die Du als Protagonist Morgan Vanette in der Vergangenheit triffst, hat weitreichende Konsequenzen für die Gegenwart der clockwork-betriebenen Stadt Avalon. Lady Ironwood, die herrschende Elite, nutzt Zeitreisen, um die Oberklasse an der Macht zu halten – und Du hast die Chance, dieses System zu zerstören oder zu verstärken. Die Komplexität liegt nicht nur in der technischen Umsetzung, sondern auch in der moralischen Ambiguität: Gut und Böse verschwimmen, wenn Du in der Zeit herumbastelst. Fargo bezeichnet es als das „komplexeste“ Spiel, an dem er je gearbeitet hat – und das will etwas heißen, wenn man bedenkt, dass er seit den 1980ern in der Branche tätig ist.
Vergleiche mit Dishonored und Prince of Persia – aber inXile geht seinen eigenen Weg
Die Parallelen zu Dishonored und Prince of Persia: The Sands of Time sind unübersehbar, und viele Spieler haben diese Verbindungen sofort gezogen. Doch Fargo und sein Team betonen, dass die Entstehung von Clockwork Revolution viel simpler war: Sie wollten ein Steampunk-RPG machen, Punkt. Die Zeitreise-Mechanik lädt natürlich zu Vergleichen mit Sands of Time ein – jedes Spiel, das mit Zeitmanipulation arbeitet, tut das. Die Ästhetik, verstärkt durch die Beteiligung eines ehemaligen Dishonored-Künstlers, weckt Erinnerungen an Arkanes düsteres, viktorianisch angehauchtes Dunwall. Doch inXile will mit Clockwork Revolution etwas Eigenes schaffen: Ein RPG, das Zeitreise nicht nur als Gimmick nutzt, sondern als zentrales Werkzeug für Storytelling und Player Agency. Die Reaktivität der Welt soll laut Fargo auf einem Level sein, das in First-Person-Spielen bislang kaum erreicht wurde – ein ehrgeiziges Versprechen, das sich erst bei Release beweisen muss.
Release-Gerüchte für 2026: Wann kommt das Steampunk-Epos?
Ein offizielles Release-Datum gibt es noch nicht, doch Gerüchte deuten auf einen möglichen Launch noch in diesem Jahr hin – exklusiv für Xbox Series X/S und PC. Die Tatsache, dass ein ehemaliger inXile-Autor Clockwork Revolution als 2026-Titel gelistet haben soll, nährt die Spekulationen. Fargo selbst hält sich bedeckt, doch die Tatsache, dass er jetzt so offen über das Spiel spricht, könnte darauf hindeuten, dass die Entwicklung weit fortgeschritten ist. Mit rund 30 Prozent mehr Inhalten als bei vergleichbaren Titeln, systemgetriebenem Gameplay und einer Welt, die auf Deine Entscheidungen reagiert, könnte Clockwork Revolution das ehrgeizigste Xbox-exklusive RPG seit Jahren werden – vorausgesetzt, inXile kann seine Versprechen halten.


