Meteoriteneinschlag

Meteoritenjäger stürmen nach Koblenz – Jagd auf Fragmente

10. März 2026, 05:00 Uhr · Quelle: dpa
Nach dem Meteoriteneinschlag in Rheinland-Pfalz
Foto: Sascha Ditscher/dpa
Meteoritenjäger Thierry Monter ist aus Frankreich zum Einschlagort in Koblenz angereist.
Meteoritenjäger selbst aus Frankreich suchen in Koblenz nach dem Einschlag vom Wochenende nach winzigen Fragmenten. Was sie antreibt und warum Zeit dabei eine wichtige Rolle spielt.

Koblenz (dpa) - Einschläge von Meteoriten wie in Koblenz am Sonntagabend beschäftigen nicht nur Wissenschaftler, auch eine weltweite Gemeinschaft von Meteoritenjägern fiebert dem seltenen Phänomen entgegen. In aller Eile brechen diese Begeisterten zu mitunter langen Reisen zum Ort des Einschlags auf. In Koblenz etwa gehörte der Franzose Thierry Monter aus der Grenzstadt Thionville zu den Ersten, die sich noch im Dunkeln auf Spurensuche machten.

«Zunächst einmal hat man als Meteoritenjäger ein Netzwerk, das man sich über die Jahre aufgebaut hat. Man hat viele Kontakte, sowohl zu Freunden, anderen Meteoritenjägern als auch zu Wissenschaftlern, Enthusiasten und vielen anderen Menschen», erzählt er. Mindestens drei oder vier Nachrichten habe er zu dem Einschlag in Koblenz erhalten, nur zwei, drei Stunden Fahrzeit entfernt. «Also bin ich in mein Auto gesprungen und kam gegen zwei oder drei Uhr morgens an.»

Nächtliche Suche am Einschlagort

Normalerweise starte er vor Ort mit einer Erkundung, das sei eine langwierige Arbeit. «Ich hatte zumindest den Namen der Straße. Also bin ich die ganze Straße abgelaufen und habe mich nach beiden Seiten umgesehen, um zu sehen, ob ich Spuren von zerbrochenen Dachziegeln finden und das Haus identifizieren konnte.» Oft sammelten Feuerwehrleute, Polizisten und Privatleute Meteoritenteile ein, übersähen aber immer etwas, sagt Monter. «Es bleiben Fragmente zurück, es bleiben Teile zurück.» Deshalb müsse man schnell sein, ehe Menschen unbedarft auf die Reste des Meteoriten treten und diese beschädigen. 

Eine Nachbarin im Stadtteil Güls habe ihm netterweise den Zugang zu einem Hinterhof ermöglicht, um dort nach Fragmenten des Meteoriten zu suchen. «Ich habe wirklich so schnell wie möglich alles gesammelt, was ich konnte, um zu verhindern, dass sie zerstört werden.» Normalerweise machten Meteoritenjäger eine quasi wissenschaftliche Bestandsaufnahme vor Ort einschließlich Fotos, im Hinterhof aber habe es großes Gedränge und einen Auflauf von Journalisten gegeben, erzählt der Franzose.

Wertvolle Fundstücke in Dosen

Seine Fundstücke habe er schnell in kleine, geschützte Dosen gepackt. «Es sind sehr, sehr kleine Fragmente. Ich hatte keine Zeit, sie zu wiegen oder irgendetwas zu überprüfen, aber ich habe vielleicht zwanzig Gramm.» Das sei wirklich sehr wenig, aber das mache nichts. «Das macht nichts. Ich bin sehr, sehr glücklich. Es ist ein sehr schöner Meteorit.» Gut sei, dass es keinen Regen gegeben habe, der die Fragmente habe in Mitleidenschaft ziehen können.

Mit der Sicherstellung der Teile ist der Einsatz für den Meteoritenjäger aber längst noch nicht zu Ende. «Jetzt werde ich zwei Wochen lang weiter suchen. Und alle Untersuchungen und so weiter führe ich nach meiner Rückkehr zu Hause durch.» 

Dass der 62-Jährige sein Hobby, dem er seit zehn Jahren nachgeht, so spontan mit seinem Beruf vereinbaren kann, ist nur möglich, weil er selbstständig ist. «Ich bin Grafikdesigner. Ich habe meine eigene kleine Kommunikations- und Designagentur und bin selbstständig, ein sogenannter Freiberufler.»

Notfall / Wissenschaft / Deutschland / Rheinland-Pfalz / Meteoriten / Meteoritenjäger
10.03.2026 · 05:00 Uhr
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