Internationale Märkte trotzen Herausforderungen - Hoffnungen auf Wachstum
Die globalen Börsen blicken mit Zuversicht auf das Jahr 2026 und erweisen sich widerstandsfähig gegenüber politischen Unsicherheiten in den USA. Trotz der launischen Zollpolitik der Regierung unter Präsident Donald Trump zeigt sich die Weltwirtschaft robust, und insbesondere für die USA prognostiziert der Internationale Währungsfonds ein solides Wachstum von 2,4 Prozent.
Dennoch steht die Wall Street unter Druck, da das Vertrauen der Anleger beeinträchtigt scheint. Die Marktkenner sind jedoch optimistisch gestimmt und betonen das stabile wirtschaftliche Umfeld. Ein Indikator für diesen Optimismus sind die stabilen Zinserwartungen, da die US-Notenbank Fed möglicherweise sogar Zinsen senken könnte. Dies bietet den globalen Börsen eine neutrale bis leicht positive Perspektive, so Holger Schmieding, Chefvolkswirt der Berenberg Bank.
James Ashley von Goldman Sachs Asset Management sieht in diesem Jahr einen doppelten Vorteil für die Märkte: Investitionen aus der Fiskalpolitik kurbeln zusätzlich die Konjunktur an. Trotz vielfältiger Sorgen wie dem anhaltenden Krieg in der Ukraine und den geopolitischen Spannungen, verzeichneten die Märkte oft schnelle Erholungen nach Kursrückschlägen.
Derweil bleibt Künstliche Intelligenz ein entscheidender Faktor für die Aktienmärkte. Die vier großen Technologiekonzerne - Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft - treiben mit Investitionen in Rechenzentren die Aktienkurse weiter an. Dennoch könnte ihre hohe Gewichtung in US-Indizes bei Enttäuschungen weltweit Rückschläge verursachen.
Das Vertrauen in die langfristigen Investitionen dieser Unternehmen bleibt hoch, auch wenn Liquiditätsengpässe eine Rolle spielen. Fondsmanager Bert Flossbach betont die Bedeutung, auf negative Unternehmensnachrichten vorbereitet zu sein. Gleichzeitig lenkt Jens Ehrhardt die Aufmerksamkeit auf KI-Zulieferer wie ASML, deren schwacher Auftragseingang als Warnsignal interpretiert werden sollte.
Die Abhängigkeit von KI-Innovationen und die hohen Bewertungen am US-Aktienmarkt bremsen die Aufwärtsbewegung. Der aktuell schwächelnde Dollar belastet zudem die Erträge ausländischer Investoren. Trumps Eingriffe und Einschränkungen im Rüstungssektor, die Dividenden und Rückkäufe limitieren, gefährden das Ertragspotenzial amerikanischer Unternehmen, so Carsten Roemheld von Fidelity International.
Europäische und aufstrebende Märkte könnten 2026 stärker vom Wachstum profitieren, da sie ihre Kostenvorteile ohne Sorge vor Kapitalflucht durch einen starken Dollar ausschöpfen können. Götz Albert von Lupus Alpha sieht besonders für deutsche Firmen Chancen durch Investitionen in Infrastruktur und Klimaneutralität, jedoch mahnt Jens Südekum, dass das Ausschöpfen dieser Mittel noch beschleunigt werden muss.

