Ukraine-Krieg

Interfax: Moskau bestätigt Verhandlungen am Mittwoch

22. Juli 2025, 18:37 Uhr · Quelle: dpa
In Istanbul wird am Mittwoch eine neue Verhandlungsrunde zwischen Russland und der Ukraine erwartet. Die Gespräche sollen sich primär auf den Austausch von Kriegsgefangenen konzentrieren.

Moskau (dpa) - Russland hat in seinem seit mehr als drei Jahren andauernden Angriffskrieg den Termin für eine neue Verhandlungsrunde mit der Ukraine für diesen Mittwoch in Istanbul nach Angaben der Moskauer Nachrichtenagentur Interfax bestätigt. Die russische Delegation erwarte, dass dies der Hauptverhandlungstag werde, meldete die Agentur unter Berufung auf Moskauer Verhandlungskreise. 

Zuvor hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj den Termin genannt. Der Kreml allerdings hatte das noch am Dienstagnachmittag nicht bestätigt.

Das Treffen werde wieder in Istanbul stattfinden, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow lediglich. Die russische Delegation soll erneut Präsidentenberater und Ex-Kulturminister Wladimir Medinski anführen.

Chefunterhändler auf ukrainischer Seite wird trotz seines Rücktritts als Verteidigungsminister einmal mehr Rustem Umjerow. Er habe den zum Sekretär des nationalen Sicherheitsrats ernannten Umjerow mit der Aufstellung der neuen Delegation beauftragt, schrieb Selenskyj am Dienstag auf Telegram. 

Einziges Ergebnis bisher: Gefangenenaustausch

Es ist bereits die dritte Runde direkter Gespräche zwischen den Kriegsparteien seit Mai. Zuvor hatte es mehr als drei Jahre keine Verhandlungen zwischen Moskau und Kiew gegeben. Bei den bisherigen Treffen im Mai und Juni haben die Unterhändler einen großen Austausch von Kriegsgefangenen vereinbart. Freigekommen sind dabei zuletzt junge Soldaten im Alter unter 25 Jahren und schwer verwundete Kämpfer.

Daneben einigten sich Moskau und Kiew auf die Rücküberstellung Gefallener. Russland hat eigenen Angaben nach in dem Zusammenhang bislang 7.000 tote ukrainische Soldaten an Kiew übergeben. Über die Zahl der ausgetauschten Gefangenen gibt es keine Angaben.

Ukraine will weiteren Austausch und Gipfel vorbereiten

Die Erwartungen an die neue Verhandlungsrunde dämpfte Selenskyj bereits. Seinen Angaben nach wird es auch diesmal nicht um einen Waffenstillstand und eine Beendigung des Kriegs gehen. Vorrangig für Kiew sei die Ausweitung des Gefangenenaustausches und die Rückholung von Kindern, die Russland aus den besetzten Gebieten verschleppt habe, sagte er. 

Außerdem solle das Treffen der Vorbereitung eines Gipfels zwischen ihm und Kremlchef Wladimir Putin dienen, sagte Selenskyj. Putin habe den Krieg einst befohlen, nur er könne ihn auch beenden, begründete er sein Beharren auf einem Treffen mit dem 72-Jährigen.

Der Kreml hat in der Vergangenheit beim Thema eines direkten Treffens zwischen Putin und Selenskyj geblockt. So wartete der ukrainische Staatschef im Mai in der Türkei vergeblich auf seinen Gegenpart. Solch ein Gipfel müsse gut vorbereitet werden, um erfolgreich zu sein, heißt es aus Moskau. Die russische Führung beharrt darauf, dass die Positionspapiere über mögliche Wege zu einem Frieden, die sich die Kriegsparteien übergeben hatten, bei der dritten Verhandlungsrunde besprochen werden sollten.

Moskau knüpft Waffenstillstand an Bedingungen

Dazu erwartet der Kreml eigener Darstellung nach von dem Treffen der Delegationen in Istanbul eine Annäherung der bislang gegensätzlichen Positionen Moskaus und Kiews zu den Bedingungen für eine Waffenruhe. Dazu sei aber «große diplomatische Arbeit» nötig, sagte Peskow. Auf einen «Durchbruch aus der Reihe Wunder» rechne er nicht.

Eine bedingungslose Waffenruhe, wie von US-Präsident Donald Trump bereits im März vorgeschlagen, hat Putin - im Gegensatz zu Selenskyj - abgelehnt. Er begründete dies mit Sorgen über eine Wiederaufrüstung und Neuaufstellung der ukrainischen Truppen. Stattdessen plant Russland, seinen Vormarsch fortzusetzen, bis es eine endgültige Friedenslösung gibt.

Für einen Frieden ist Russland bislang von seinen Maximalforderungen nicht abgerückt, fordert etwa den Verzicht der Ukraine auf den Nato-Beitritt und den vollständigen Rückzug Kiewer Truppen aus den von Moskau annektierten Gebieten Donezk, Luhansk, Saporischschja und Cherson. Die ukrainische Halbinsel Krim hatte Russland schon 2014 für sich in Besitz genommen.

Krieg / Konflikte / Diplomatie / Ukraine / Russland
22.07.2025 · 18:37 Uhr
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