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Intel schlägt Fehl – Chance oder Risiko für Anleger?

06. August 2024, 15:48 Uhr · Quelle: Eulerpool News

Intel hat mit seinem aktuellen Quartalsbericht die Erwartungen der Analysten deutlich verfehlt. CEO Pat Gelsinger zeigte sich enttäuscht über das Ergebnis des Chip-Herstellers. Der Markt reagierte prompt und schickte die Aktie innerhalb eines Handelstages um 30% in den Keller. Gleichzeitig prognostizierte das Unternehmen eine schwächere Phase und kündigte drastische Sparmaßnahmen in Höhe von zehn Milliarden Dollar an, einschließlich erheblicher Stellenstreichungen.

Intel, das im Wettlauf um Künstliche Intelligenz (KI) hinterherhinkt, verfolgt ehrgeizige Ziele. Geplant ist, Marktanteile in der KI-Branche zu gewinnen und bis Ende des Jahrzehnts zur weltweit zweitgrößten Auftragsfertigungsstätte für Chips aufzusteigen. Der jüngste Bericht wirft jedoch die Frage auf, ob diese Entwicklungen Warnzeichen für Investoren sind oder notwendige Schritte zur langfristigen Wachstumsförderung darstellen.

Zum Hintergrund: Nvidia setzte frühzeitig auf KI und dominiert mittlerweile den Markt für KI-Chips mit einem Anteil von 80%. Im Gegensatz dazu hat Intel, der Gigant für zentrale Verarbeitungseinheiten (CPUs), Mühe, in diesem wachsenden Bereich mitzuhalten. Während Nvidias Jahresumsatz in den vergangenen Jahren förmlich explodierte, befindet sich Intel auf einem absteigenden Ast.

Um die Wende zu schaffen, setzt Intel auf eine intensive Ausrichtung auf KI, was die Einführung mehrerer neuer Produkte und die Erschließung des Marktes für KI-fähige Personal Computer einschließt. Zudem öffnete das Unternehmen sein Halbleitergeschäft für Drittanbieter, mit dem Ziel, in diesem Bereich bald an der Spitze zu stehen.

Allerdings ist klar, dass dieser Transformationsprozess nicht über Nacht gelingen wird und das Unternehmen einige Hürden zu überwinden hat. Im zweiten Quartalsbericht meldete Intel einen Umsatzrückgang um 1% auf 12,8 Milliarden Dollar und ein bereinigtes Ergebnis je Aktie von 0,02 Dollar – beide Werte lagen unter den Schätzungen der Analysten.

Intel erklärte, das enttäuschende Abschneiden sei auf die strategische Entscheidung zurückzuführen, die Produktion seiner Core Ultra AI-CPUs zu beschleunigen. Beispielsweise wurde die Produktion der Intel 4 und 3 Wafer von Oregon in eine Anlage in Irland verlagert, was kurzfristig höhere Kosten verursacht, jedoch langfristig die Bruttomarge verbessern soll, sobald die Skalierung erfolgt ist.

Das Unternehmen rechnet zudem mit anhaltenden operativen Verlusten im dritten Quartal, da ein Großteil der Wafer-Produktion von älteren, weniger kosteneffizienten Prozessen stammt. Im Zuge seines Sanierungsprogramms plant Intel, seine Belegschaft um 15% zu reduzieren und die Dividendenzahlung ab dem vierten Quartal auszusetzen.

Aber ist die Aktie nun ein Verkaufskandidat oder eine Chance auf Wachstum? Ein Kurseinbruch ist sicherlich nicht überraschend, wenn das Unternehmen den Investoren so viele schlechte Nachrichten auf einmal präsentiert. Die nächsten Jahre könnten für Intel holprig werden, während es seine Kostenstruktur neu ordnet und in Wachstum investiert, wobei der kurzfristige Einfluss auf die Gewinne gemanagt werden muss.

Dennoch könnte die Akzeptanz enttäuschender Ergebnisse auf kurze Sicht zu einem großen Gewinn in der Zukunft führen. Der Marktanteil von KI-Personalcomputern, momentan unter 10%, wird prognostiziert bis 2026 auf über 50% zu steigen.

Hinzu kommt, dass Intel durch den Wechsel zu neuen Produktionsprozessen Kostendruck auf die Margen mindern dürfte. Zudem hält Intel an der Prognose fest, dass das Foundry-Geschäft bis 2027 die Gewinnschwelle erreicht.

Zusammengefasst bedeutet dies, dass Intel durch eine harte, aber notwendige Phase gehen muss, um seine Ziele zu erreichen. Solche Zeiten sind mit einem erheblichen Risiko verbunden, daher ist die Aktie derzeit weniger für vorsichtige Anleger geeignet. Allerdings könnte Intel auf lange Sicht erfolgreich sein und der Aktienkurs dem folgen.

In diesem Sinne könnte ein aggressiver Investor den Gedanken erwägen, einige Intel-Aktien zu kaufen und für mindestens fünf Jahre zu halten – falls Intel seine Ziele erreicht, dürfte sich diese frühe Investition lohnen.

Technology
[Eulerpool News] · 06.08.2024 · 15:48 Uhr
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