VDR fordert Verlängerung der EU-Marineoperation zum Schutz der Handelsschifffahrt
Die geopolitischen Spannungen zwischen Iran und den USA haben den Verband Deutscher Reeder (VDR) dazu veranlasst, eine Verlängerung der EU-Marineoperation 'Aspides' zu fordern. Der Hauptgeschäftsführer des VDR, Martin Kröger, betonte die Notwendigkeit, die Sicherheit der Handelsschifffahrt im Nahen und Mittleren Osten zu gewährleisten. 'Unsere Seeleute und unsere Schiffe dürfen nicht in die Gefechte geopolitischer Konflikte geraten', erklärte Kröger besorgt. Die zivile Schifffahrt müsse vor militärischen Spannungen abgeschirmt werden, und wo nötig, solle zusätzlicher Schutz gewährleistet werden. Die EU-Operation 'Aspides' soll jedoch bereits Ende des Monats enden.
Der Ursprung der Operation 'Aspides' liegt in den provokativen Aktionen der radikalislamischen Huthi-Miliz, die Mitte November 2023 vom Jemen aus mehrfach internationale Schiffe angriff, insbesondere im Roten Meer und in der Meerenge Bab al-Mandab. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen berichtete von mindestens 130 Übergriffen der Huthi-Miliz auf internationale Frachter im Roten Meer und im Golf von Aden. Die zunehmende Gefahr zwang Reedereien dazu, ihre Routen über das Kap der Guten Hoffnung zurückzuverlagern.
Nichtsdestotrotz sind die Seewege durch die Straße von Hormus und das Rote Meer unerlässlich für den VDR. Rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Rohöls werden über die strategisch wichtige Straße von Hormus transportiert. Außerdem dient die Golfregion als ein zentrales Drehkreuz im internationalen Containerhandel. Der Hafen von Jebel Ali in Dubai verzeichnete im Jahr 2024 einen Umschlag von etwa 15,5 Millionen Standard-Containern (TEU) – eine beeindruckende Leistung, die den Hamburger Hafen um das Doppelte übertrifft.
Erste positive Entwicklungen im Roten Meer, wie die Wiederaufnahme von Fahrten durch den Suezkanal durch die Hamburger Reederei Hapag-Lloyd Mitte des Monats, drohen durch erneute Eskalationen beeinträchtigt zu werden. Die Möglichkeit einer Verschärfung der regionalen Konflikte könnte wiederum die Sicherheit der Schifffahrtsrouten bedrohen und die Angriffe der Huthi-Milizen, die von Iran unterstützt werden, begünstigen.
Im Zuge der jüngsten massiven Unruhen im Iran, die von den Sicherheitskräften brutal unterdrückt wurden, hatte der frühere US-Präsident Donald Trump das militärische Eingreifen angedroht. Um die militärische Präsenz der USA in der Region zu stärken, entsandte er den Flugzeugträger 'USS Abraham Lincoln'.

